Leserbriefe

Große Probleme bei der Bahn

13.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, Nürtingen. Allmählich kommt es mir wie ein schlechter Witz vor, dass die DB das Projekt S 21 und die neue Strecke nach Ulm bauen möchte. Sie schafft es ja nicht einmal, den laufenden Betrieb zu bewältigen. In dieser Zeitung war zu lesen, dass ganze Zugeinheiten fehlen, um die mögliche Zahl von Reisenden befördern zu können. Der Hauptbahnhof in Mainz kann wegen Personalmangel nur noch lückenhaft bedient werden und muss seinen Betrieb in der Nacht ganz einstellen. Um die nötige Sauberkeit in den Toiletten der ICE-Züge zu gewährleisten, müssen 50 Reinigungskräfte neu eingestellt werden. Im Nahverkehr werden die Toiletten einfach geschlossen.

Am 14. Juni mussten die Reisenden in einem ICE sieben Stunden warten, bis sie befreit wurden, nachdem der Zug wegen eines durch einen Baumstamm blockierten Gleises halten musste. In andern Fällen hat es immerhin „nur“ bis zu vier Stunden gedauert. Das offenbart die völlige Unzulänglichkeit eines Rettungskonzeptes der Bahn. Für S 21 hat sie noch nichts vorgelegt, was befriedigend wäre. Über neu zu planende Treppenhäuser, die zur Bahnsteigkante nur noch 1,60 Meter Platz lassen, sollten die Reisenden bei Gefahr im Tiefbahnhof auf dessen Dach gelangen, wohin auch der Qualm ziehen würde.

Bei Leipzig wurde ein Containerbahnhof gebaut, der komplett fertiggestellt ist seit einiger Zeit, aber nun einsam in der Landschaft steht, weil ihn niemand braucht. Eine Fehlplanung wurde eingestanden, aber warum konnte diese erst nach Fertigstellung erkannt werden?

Auf der Alb bei Hohenstadt wurde mit viel Getöse und viel Prominenz der Anstich des Steinbühltunnels gefeiert. Es waren zehn Männer mit Spaten in der Hand zu sehen. Den Verkehrsminister Hermann ausgenommen sind das für mich neun kluge Männer, die sich zu einer Allianz der Unvernunft, der Dummheit, der Ignoranz und, bezogen auf die Kosten, der Verantwortungslosigkeit, zusammengefunden haben. Inzwischen werden S 21 und die Neubaustrecke mindestens zehn Milliarden Euro kosten.

Den verantwortlichen Herren muss der Zahlenbegriff verloren gegangen sein. Sie denken wohl, dass eine Eins, an der nur Nullen dranhängen, wie viel auch immer, schon nicht so viel sein wird. Wo das Geld herkommen soll, weiß noch niemand. Deshalb spricht vieles dafür, dass beide Projekte aus finanziellen und technischen Gründen demnächst an die Wand fahren werden.

Je schneller, desto besser wäre es. Wie immer wird dann niemand daran schuld gewesen sein und niemand wird für die vergeudeten Gelder in Haftung genommen.

Leserbriefe

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