Leserbriefe

Göttlicher Segen – päpstlicher Zuspruch

28.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Klein, Unterensingen. Nachdem Klaus Schmiedel, der SPD-Fraktionsvorsitzende, den göttlichen Segen für Stuttgart 21 beansprucht hat und die Grünen nun indirekt den päpstlichen Zuspruch im Bundestag bekommen haben, stellt sich die Frage, was höher zu werten ist. Den päpstlichen Zuspruch konnte man live im Fernsehen verfolgen, der göttliche Segen für S 21 scheint wohl eher eine Glaubensfrage zu sein! Schmiedel, noch immer vom göttlichen Segen geblendet, sieht trotz erdrückender Beweise für ein kommendes Finanzchaos bei der S21-Finanzierung sogar eine „Punktlandung“ der Bahn. Ja, sogar Kefer von der DB sieht jetzt eine „angespannte Finanzlage“, und dies bereits bevor der Bau richtig begonnen hat. An diesem Punkt müssten nun alle Kirchenglocken läuten.

Die SPD-Führung, die mit die Verantwortung im Lande trägt, Steuergelder der Bürger sorgsam auszugeben, handelt hier grob fahrlässig und wird auch von der Mehrheit ihrer Mitglieder nicht mehr unterstützt. Wie lange lässt man Schmiedel sein Unwesen noch treiben und was steckt dahinter, so zu sprechen? Die Fakten sprechen doch eine eindeutige Sprache. Die Bahn hat es bisher geschafft, Teile der Politik an der Nase herumzuführen, aber zu offensichtlich sind die Rechentricks der DB. Da wird „ausgelagert“, was die versprochenen Kosten für das Gesamtprojekt in die Höhe treiben könnte, um so den Eindruck zu erwecken, das Geld würde schon reichen. Kostenverlagerung nennt man so etwas. Eine übliche Praxis von Leuten, die etwas zu verbergen haben.

Wenn der Papst von verantwortungsvollem Umgang mit den Ressourcen unserer Welt spricht und die ökologische Bewegung in Deutschland im Bundestag lobend erwähnt, so meint er vielleicht auch, dass S 21 gerade das Gegenteil davon ist. Der Energieverbrauch beim Bau von S 21 ist gewaltig und dies bei immer knapper werdenden Ressourcen. Der unterirdische Bahnhof verbraucht im Betrieb viermal so viel Energie wie der alte! Auch der Unterhalt der vielen geplanten Tunnel und Brücken verschlingt jedes Jahr viele Millionen Euro. Der Stuttgarter Untergrund wird durchwühlt wie ein Maulwurfshügel und die Mineralquellen sind gefährdet. Von den Gefahren des Gipskeupers gar nicht zu reden.

Jetzt wird Propaganda gemacht, dass die Volksabstimmung so teuer wäre. Da dreht sich einem der Magen um bei dieser Scheinheiligkeit! Der Papst hat naturgemäß den besseren Draht „nach oben“ als der Fraktionsvorsitzende der SPD, der vielleicht bald sagen wird: „Wenn i geschtern gwisst het, was i heit woiß.“

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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