Leserbriefe

Gleiches Recht für alle

29.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Uwe Setz, NT-Raidwangen. Zum Artikel „Keine Chance für Schrankenöffnung“ vom 24. Oktober. Endlich ist eine Entscheidung zum Thema Schrankenöffnung am Enzenhardt gefallen. Der Unfähigkeit der Stadtverwaltung, hier einen Entschluss herbei zu führen, ist durch das Einschalten des Innenministeriums Abhilfe geschaffen worden. Vielleicht fehlte es den Experten im Rathaus durch den immer stärker werdenden Druck der Öffentlichkeit letztendlich aber auch an der nötigen Courage, selbst eine Entscheidung zu treffen. Wie dem auch sei, ich gebe hier gerne zu, dass ich bisher ein überzeugter Befürworter der Öffnung der Schranke war. Schenkt man allerdings den Ausführungen des Leiters der Mobilen Verkehrskommission des Innenministeriums, Herrn Scholl, Glauben, so muss ich meine Meinung revidieren. Da die durch eine Schrankenöffnung erhoffte Verkehrsentlastung offensichtlich nicht eintreten wird, gleichzeitig aber die Gefährdung für Anwohner und vor allem Schulkinder um ein Vielfaches wächst, verbietet sich eine Öffnung der Schranke.

Herr Scholl hat völlig recht, die Verkehrssicherheit ist das Allerwichtigste. Dies kann aber nicht nur für das Enzenhardt, sondern muss ebenso für die von den Umleitungen betroffenen Nürtinger Ortsteile gelten. Als Anwohner der Neckarhäuser Straße und Vater von Kindern, die die Grundschule in Raidwangen besuchen, fordere ich das gleiche Recht für Raidwangen. In Raidwangen liegen Grundschule und Kindergarten direkt an den Umleitungsstrecken. Die Experten im Rathaus dürfen sich gerne, zusammen mit den Stadträten und dem Innenministerium, ein Bild von der Verkehrssituation in der Neckarhäuser Straße zu den Hauptverkehrszeiten machen. Vielleicht bringen sie bei der Gelegenheit auch gleich ein paar Polizisten mit, die sich für die Einhaltung der geltenden Verkehrsregeln einsetzen.

Die blanke Wut hat mich allerdings beim Lesen der Aussage von Frau Städele vom Nürtinger Ordnungsamt gepackt. Wie es scheint, war man sich im Ordnungsamt der Problematik durchaus bewusst und man hat sich auch Gedanken darüber gemacht, wie das jetzt eingetretene tägliche Verkehrschaos verhindert werden könnte. Unsere Experten sind aber offensichtlich zu der Entscheidung gelangt, dass nichts tun das Beste sei. Wie sie zu diesem Schluss gekommen sind, entzieht sich unser aller Kenntnis. Selbst die gewählten Volksvertreter hat man über die Entscheidungsfindung im Dunkeln gelassen und darüber hinaus noch falsch informiert. Ich frage mich, wie es um die Kompetenz und Loyalität der Verantwortlichen im Ordnungsamt bestellt ist. Mir platzt der Kragen, wenn ich daran denke, dass die Raidwänger Schul- und Kindergartenkinder möglicherweise aufgrund der Ignoranz oder Unfähigkeit unserer Rathausbürokraten einer unnötigen Gefahr ausgesetzt sind. Ich bin gespannt, welche Alternativvorschläge uns demnächst das Ordnungsamt zur Lösung unserer Verkehrsprobleme anbieten wird.

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