Leserbriefe

Glaube muss sich verändern dürfen

03.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Zum Leserbrief „Hilfreich für den bedrängten Glauben?“ vom 30. Mai. Herr Steigerwald reagiert mit seinem Leserbrief auf den Vortrag von Eugen Drewermann. Herr Steigerwald meint festhalten zu können, dass Herr Drewermann keine Orientierung vorgeben kann, sondern allein die Heilige Schrift.

Flugs beweist er dies auch anhand unglaublich gewichtiger Sätze (die ich leider nicht alle verstanden habe), garniert mit scheinbaren Dogmen und einer passenden Bibelstelle. Ich meine, dass auch Herr Steigerwald die Orientierung nicht vorgeben kann. Ich glaube nämlich überhaupt nicht, dass sich Glaubenskrisen – egal ob früher, heute oder in Zukunft – mit irgendwelchen festzementierten Verbindlichkeiten lösen lassen.

Ein Festhalten am Wortlaut von überlieferten Texten kann auch zu Verkrampfungen führen und muss nicht zwangsläufig das Heil aller Menschen bedeuten. Im Gegenteil: eine Glaubenskrise kann eben genau dann entstehen, wenn der Glaube nicht lebendig bleiben darf.

Es ist nun mal nicht so einfach mit dem christlichen Glauben. Ich meine, er kann nur dann gesund sein, wenn er sich verändern darf, wenn er lebt. Wenn wir zum Beispiel berücksichtigen, in welcher Zeit und vor allem warum die einzelnen biblischen Texte entstanden sind, kommen wir bestimmt weiter, als durch das bloße Auswendiglernen. Was hat der Schreiber und was haben die Übersetzer erlebt, was haben sie geglaubt, was wollten sie uns mitgeben, was war ihre Motivation?

Ich bin jedenfalls froh, dass es immer wieder Menschen gibt, die uns ermutigen, im Glauben unser Hirn zu benützen und unsere eigenen Antworten zu suchen. Jeder auf seine Weise. Ob wir dies am Ende richtig gemacht haben, entscheidet kein Mensch!

Leserbriefe

Die Zahlen sind sehr unvollständig

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