Leserbriefe

Gesamtschule ohne Erfolge

03.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Kurz, NT-Reudern. Zum Leserbrief „Eine teure Verschleierungstaktik“ vom 24. Februar. Es ist beschämend, auf welchem Niveau und teilweise ohne Sachkenntnis Herr Freer über ein sehr wichtiges Thema schreibt. Es ist ein Markenzeichen der Linken, viel zu fordern, ohne ausreichend darüber nachzudenken. Die Forderung nach der Einheitsschule ist absurd und längst überholt. So hat die Gesamtschule in Deutschland Jahrzehnte durchschlagender Erfolglosigkeit hinter sich, während unser dreigliedriges Schulsystem in Baden-Württemberg künstlich schlechtgeredet wird. Die Tatsache, dass bei PISA mit Finnland ein Land mit Gesamtschul-System gut abgeschnitten hat, sagt wenig aus. Immerhin sind es auch Gesamtschulländer, die am Ende der PISA-Rankings stehen. Übrigens hat dieses viel gepriesene Wunderland der Pädagogik sechsmal mehr arbeitslose Jugendliche als Baden-Württemberg und laut OECD die höchste Zahl jugendlicher Alkoholiker in der EU.

Die PISA-Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass ein Land wie Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern, das seit vielen Jahren ein weitgehendes Einheitsschulsystem hat, auf der Stufe eines Schwellenlandes gelandet ist. 12,4 Prozent der Schüler in Mecklenburg-Vorpommern verlassen die Schule ohne Abschluss. Perspektivlosigkeit und sozialer Abstieg sind geradezu vorgezeichnet. Dabei ist der Schulabschluss die zentrale Voraussetzung für einen späteren erfolgreichen Berufsweg. In Baden-Württemberg verlassen lediglich 5,5 Prozent der Schüler die Schule ohne entsprechenden Abschluss, das ist bundesweit Platz eins. Von der CDU wird die „Einheitsschule“ wegen der fehlenden Differenzierungsmöglichkeiten zu Recht abgelehnt. Die gesamte Debatte um die Einführung von Einheitsschulen wäre schlagartig beendet, wenn die Befürworter verpflichtet wären, ihre eigenen Kinder oder Enkel an Einheitsschulen wie in Mecklenburg-Vorpommern zu schicken. Insofern ist die Diskussion ausgesprochen unehrlich.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass eine bestimmte Schulform allein irgendetwas bewirken könnte. Wichtig sind pragmatische Lösungen. So sollten an Problemschulen oder Schulen, wo besonders viele sozial schwache Schüler unterrichtet werden, ein höherer Lehrerschlüssel und mehr Sozialarbeiter eingesetzt werden. Diese Schüler brauchen nicht ein anderes Schulsystem, sie brauchen Perspektiven, Unterstützung und Motivation, denn kein Schulsystem wird die Erziehungsaufgabe der Eltern ersetzen können, und diese erfüllen immer weniger Familien.

Leserbriefe

Nahverkehrsabgabe statt Schwarzfahren

Erwin Sass, Nürtingen. Zum Artikel „Schwarzfahrer – Sperren nicht umsetzbar“ vom 19. Oktober. Eine einfache Lösung wäre zum Beispiel den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, stattdessen eine Art Nahverkehrsabgabe einzuführen, die dann auch jeder zahlen muss (auch die Schwarzfahrer) ob er will oder…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe