Leserbriefe

Gemeindezentrum Johanneskirche

22.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dietmar Brodbeck, Wendlingen. Zum Artikel „Johanneskirche weicht“ vom 26. Juli. Der Abriss der Johanneskirche wurde meines Erachtens überhastet entschieden, da die Größe des neuen Gemeindehaussaales noch unklar ist. Vor einer derart weitreichenden und unumkehrbaren Entscheidung sollte überlegt werden, mit welchen Angeboten sich eine der größten Kirchengemeinden Württembergs der Gemeindeschrumpfung stellen will und wie erreicht werden kann, dass ein größerer Teil der Gemeinde am Gemeindeleben teilnimmt.

Die ähnlich große Reutlinger Kreuzkirchengemeinde hat vor fünf Jahren ihr von der Kirche entferntes Gemeindehaus aufgegeben, um dieses an die Kreuzkirche anzubauen. Durch die räumliche Verbindung eröffneten sich vielfältige Möglichkeiten. Seit einem Pfarrwechsel und neuen Angeboten hat sich das Gemeindeleben überaus positiv entwickelt und die Gemeinde erlebt einen Aufbruch. Jeweils einmal monatlich wird nach dem Gottesdienst ein Kirchencafé angeboten beziehungsweise gibt es einen etwas anderen Gottesdienst mit moderneren Gemeindeliedern und paralleler Kinderkirche und Kleinkindbetreuung. Durch das stärkere Miteinander konnten viele Ehrenamtliche zur Mitarbeit gewonnen werden, was wieder neue Angebote ermöglicht.

Um sich solche Perspektiven auch in Wendlingen zu erhalten, hätte ich mir gewünscht, an der Johanneskirche festzuhalten und das Gemeindehaus hinter der Johanneskirche zu bauen. Laut Gebäudegutachten befindet sich die Johanneskirche „in einem guten bis befriedigenden Zustand“ mit Ausnahme der Heizung. Abbruchkosten von über 100 000 Euro könnten eingespart und für eine Heizungslösung in Zusammenhang mit dem Neubau eingesetzt werden. Somit Erhalt der Kirche als Wahrzeichen der Stadt und als einladender, offener Gottesdienstraum. In der Gebäudekonzeption wurde festgelegt, dass das neue Gemeindezentrum auch weiterhin Gottesdienstort sein soll.

Inzwischen erscheint fraglich, ob dort noch ein Gottesdienst möglich ist. Damit ist auch der Horizonte-Gottesdienst in der bisherigen Konzeption gefährdet. Die Eusebiuskirche bietet zu wenig Raum für ein Kinderprogramm und den Ständerling. Fatal ist, dass bereits absehbar ist, dass am Heiligen Abend künftig viele Besucher keinen Platz finden, da die Eusebiuskirche bereits heute teilweise nicht ausreichte.

Ich hoffe, dass der (neue) Kirchengemeinderat diese verpassten Chancen nochmals neu bewertet. Die Zerschlagung der Johanneskirche als Ultima Ratio könnte dann notfalls noch in späteren Jahren erfolgen.

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