Leserbriefe

Geburtstag unter düsteren Aussichten

10.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Sigler, Wendlingen. Zum Artikel „Die Johanneskirche wird 50 Jahre alt“ vom 28. August. Herzlichen Glückwunsch! Die Zukunft für die Kirche ist jedoch zappenduster, da sie abgerissen werden soll. Der „Campanile“ soll stehen bleiben. Gut so! So kann der Abbruch der Kirche wenigstens noch mit dem Geläut der Totenglocke begleitet werden. Ferner wird er noch Jahrzehnte an die begangenen Bausünden erinnern und nicht zu vergessen, er dient weiterhin als Einnahmequelle durch die Mobilfunkantenne, vorausgesetzt die Information dazu stimmt. Es verwundert, dass bisher kein größerer Aufschrei durch die Stadt erschallt ist. Mit dem Abbruch der Kirche verliert Wendlingen eines seiner schönsten Gebäude und eines seiner Wahrzeichen.

Das künftige Stadtbild ohne Kirche – kaum vorstellbar, ein Albtraum. Die Stadt müsste ein elementares Interesse daran haben, dass Kirche und Turm stehen bleiben, um das prägnante Stadtbild zu erhalten. Deshalb schlage ich vor, dort zu prüfen, ob und wie man der Kirchengemeinde unter die Arme greifen kann, damit deren Entscheidung auf das richtige Gleis geschoben und die Kirche gerettet wird.

Warum agiert die Stadt so zurückhaltend, warum setzt sie sich nicht stärker für einen Erhalt ein? Ja sicher, das „Neue Zentrum“ ist kein Projekt der Stadt und sie kann nicht für die Kirchengemeinde entscheiden. Trotzdem, es sollte doch möglich sein, eine Lösung für ein neues Zentrum bei Erhalt der Kirche zu finden. Zu bedenken gebe ich auch, dass damalige Geldspenden zweckgebunden für den Bau dieser Kirche bestimmt waren. Die damaligen Spender hätten im Traum nicht daran gedacht, dass diese mal der Spitzhacke zum Opfer fällt. Darf man mit Spenden auch nach 50 Jahren so umgehen?

Für den angedachten Wettbewerb sollten den Architekten verschiedene Denkmodelle vorgegeben werden, insbesondere „Gemeindezentrum bei Erhalt von Kirche und Turm“. Gibt es Möglichkeiten zur Schaffung von Räumen in der Kirche, vielleicht wären dann sogar noch Gottesdienste möglich? Wie verhält es sich bei Abriss oder Umbau und Integration des Pfarrhauses in das Zentrum? Wie Frau Ansel schreibt, sind mit der Kirche für viele Personen auch sehr persönliche Erinnerungen verbunden. Dies gilt auch für meine Frau und mich. Gibt es triftige Gründe dafür, dass keine andere Entscheidung möglich war, zum Beispiel Kosten, Vorgaben durch übergeordnete Stellen oder Institutionen, an die man gebunden ist?

Ein Abriss wäre nur dann zu rechtfertigen, wenn es keine andere Lösung gibt, weil sonst der Fortbestand der fusionierten Kirchengemeinde riskiert wird. Das verantwortliche Entscheidungsgremium ist bei seiner Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Deshalb zolle ich diesem Respekt für jede Entscheidung. Dennoch ist zu hinterfragen, wurden alle sich bietenden Varianten und alle Möglichkeiten der Gemeinde durchgespielt und geprüft? Noch ist es nicht zu spät für eine Korrektur und eine Kehrtwende. Wird die Kirche wirklich abgerissen, ist alles unwiederbringlich verloren. Als Erinnerung bleiben dann nur noch alte Postkarten oder Fotos im Fotoalbum. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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