Leserbriefe

Gärtner verdrängen andere Gärtner

23.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Haußmann, Wolfschlugen. Zum Artikel „Gerangel um die Kleingartenanlage“ vom 15. September. Zu der Sitzung des Ortschaftsrates von Hardt am 12. September waren wir Pächter eingeladen. Unter Tagesordnungspunkt 4 mussten wir Vorwürfe und Demütigungen über uns ergehen lassen und durften kein Wort dazu sagen. Herr Schwartz sagte, in der eingangs stattgefundenen Bürgerfragestunde hätten wir uns nicht gemeldet und danach seien Wortmeldungen der Zuhörer nicht mehr erlaubt. Zynischer kann man ja wohl kaum sein. Wie sollten wir uns zu Wort melden, solange wir keine Ahnung davon haben, was unter TOP 4 besprochen wird?

Unter TOP 4 wurden die Wünsche der Vereine besprochen. Der eine Verein möchte dieses, der andere Verein möchte das und so weiter. Und jenen Verein muss man noch mal fragen, was er möchte. „Die Vereine, die Vereine, die Vereine“, hieß es laufend. Wir Kleingärtner wurden gar nicht erwähnt. Da hieß es bei jeder Aufteilungsvariante immer nur: Bei dieser Variante bleiben dann noch x Parzellen übrig für die Kleingärten. Leider haben wir Kleingärtner noch keinen Verein gegründet. Ohne Verein ist man offenbar nichts.

Wie kann es sein, dass der Obst- und Gartenbauverein (OGV) gefragt wird, was er haben möchte, und dass diejenigen, die seit Jahrzehnten hier Gartenbau betreiben, nicht gefragt werden? Wie kann es sein, dass sie hinter dem OGV rangieren? Hierbei muss ich darauf hinweisen, dass die Kündigung unserer Parzellen mit der gegebenen Begründung unrechtmäßig war. Wer hat ein Wochenendhäuschen? Wer hat Gerümpel auf seiner Parzelle? Wer baut auf seiner Parzelle kein Gemüse an? Ich habe am 30. Mai und am 30. Juni und am 6. Juli 33 Fotos von den Gärten gemacht. Jedermann kann sie im Internet anschauen.

Wie kann es sein, dass man von uns Pächtern verlangt, alles abzuräumen, um dann im nächsten Jahr eventuell wieder eine Parzelle zu bekommen? Vielleicht wieder die gleiche! Wohin mit den Bohnen- und Tomatenstangen, wohin mit den Einfassungsbrettern und den Gehwegplatten? Da liegt es doch nahe, dass man uns verkraulen will, dass wir bei so viel Schikane resignieren. Dass die Türken und sonstigen Ausländer mit ihrem „Gerümpel“ verschwinden und die schöne neue Welt einzieht mit Sportplätzen und Lärm.

Wir bezahlen für 200 Quadratmeter im Jahr 15 Euro. Das entspricht einem Pachtzins von 750 Euro/Hektar. Landwirte bezahlen Preise zwischen 200 bis 500 Euro. Da sollte es doch für den OGV kein Problem sein, an anderer Stelle zu pachten. Warum sollten Gärtner andere Gärtner, die schon seit Jahrzehnten da sind, von ihren Parzellen verdrängen?

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