Leserbriefe

G-20-Gipfel oder Lust an Gewalt

15.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz-Rüdiger Haase, Großbettlingen. Zum Artikel „G-20-Krawalle: 73 verletzte Polizisten aus dem Südwesten“ vom 10. Juli. Natürlich sind die Kommentare in der Nürtinger Zeitung Meinungsäußerungen und sie mögen nicht jedermanns Urteil sein. Aber der Kommentar von Thomas Maron scheint nicht untypisch für die Randale anlässlich des G-20-Gipfels in Hamburg zu sein. In der Bewertung stimmungsvoll von „Lust an Gewalt“ und „Hase-und-Igel-Spiel“ zu schreiben, den Fokus der Analyse in den Polizeieinsatz zu sehen und deren Strategie als Ursache beziehungsweise verschärfend festzumachen, geht weit am Thema vorbei und gipfelt letztlich in der Feststellung, dass „die Politik“ nicht ganz unschuldig ist, weil sie angeblich den falschen Standort ausgewählt hat.

Warum fällt es in der öffentlichen Diskussion so schwer, die wahren Schuldigen zu benennen? Es waren die Chaoten oder schlicht die Kriminellen, die als solche verfolgt und bestraft werden sollten. Es ist schon kurios, dass von Seiten der Polizei eine vierzigminütige Verhandlung mit dem Schwarzen Block stattfand mit dem Ziel, sie mögen ihre Vermummung aufgeben. Wenn ein klarer Rechtsverstoß vorliegt, muss dagegen vorgegangen werden. Die Frage, ob man nicht so freundlich sei und möge die Masken ablegen, gehört auf die Kabarettbühne – nicht vor sich abzeichnend reale hochexplosive Straßenschlachten.

Auch der immer wieder im Kanon zu hörende Verweis auf das Grundgesetz mit seiner Meinungs- und Versammlungsfreiheit wird mehr als überstrapaziert. Müssen Eigentumsrechte und das ebenfalls im Grundgesetz festgeschriebene Recht auf körperliche Unversehrtheit aus prinzipiellen Gründen geopfert werden? Es ist zu wünschen, dass die Richter im Verfahren gegen die Festgenommenen das gerechte Strafmaß finden und nicht die gleichen Fehler wie im Vorfeld des G 20 begehen. Ich bitte darüber nachzudenken.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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