Leserbriefe

Für europäische Regierung

05.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rudi Gneiting, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Kommentar „Verzweifelt“ vom 27. Oktober. Obwohl ich zugegebenermaßen nicht immer ein Freund von Wolfgang Molitor bin (er ist mir im Allgemeinen zu weit rechts angesiedelt), stehe ich diesmal voll hinter seiner Aussage, die er in diesem Tagesthema macht. Auch ich mache mir Sorgen wegen des Rettungsschirms, der immer mehr aufgestockt wird.

Er zeichnet aber nur die Gegebenheiten auf, um die Antwort drückt er sich. Anders Heiner Geißler, von dessen Sorte wir viel mehr Politiker haben sollten: Der gibt auf einmal Antwort auf diese Frage – zwar zehn Jahre zu spät, aber immerhin. Wir brauchen ein Europa mit einer Wirtschaftsregierung, besser noch eine europäische Regierung. Nur hätte es das vor rund zehn Jahren bei Einführung des Euro schon gebraucht, nicht erst jetzt.

Am Anfang hat man überall nur die wirtschaftlichen Vorteile des Euro gesehen, aber spätestens 2008 hätte man auch andere, krisenhaftere Dinge sehen müssen. Aber unsere im Euro geeinten Nationalstaaten wollen ja keine politische Regierung, sie wollen national entscheiden und sich die Selbstständigkeit bewahren. Aber zumindest könnte man jedoch eine Wirtschaftsregierung gründen, denn ohne sie geht nichts. Siehe Krise in 2008 und heutige Krise: man hat einfach keine Macht, etwas zu tun, eine Transaktionssteuer zum Beispiel, um die Zockergeschäfte einzudämmen, wie Heiner Geißler so richtig sagt.

Die Finanzindustrie hat uns da doch beide Male mit hineingerissen. Es sind doch nicht die kleinen Leute, die schuld sind, die dürfen nur die Zeche bezahlen. Die Banken, die wollen doch Geld verdienen, mit was für Mitteln auch immer.

Es wäre richtig, wenn es, möglichst bald, eine Wirtschaftsregierung geben würde, und vielleicht auch eine politische Regierung. Mir ist bewusst, dass das natürlich Fragen und die Notwendigkeit von derer Beantwortung zuhauf heraufbeschwören würde, aber nur so könnten wir Europa zu einem konkurrenzfähigen Staat machen – und das wollen doch alle, oder?

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