Leserbriefe

Für alle Kinder eine gute Schule

10.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Anke Weber-Pflug, Oberboihingen, und andere Eltern der Klasse 4b der Kirchrainschule Oberboihingen. Zum Artikel „Es knirscht im Gebälk“ vom 26. November. Eine inklusive Schule ist im Grunde eine gute Schule für alle Kinder – für benachteiligte und gesunde. In der Klasse unserer Kinder driften diese beiden Ansprüche leider auseinander. Die Kinder fühlen sich zusehends gestört, nicht etwa vom Verhalten des Inklusionskindes, nein, von dem der Mutter. Hier findet Fremdeinwirkung statt, die in einer Schule einfach nicht vorkommen darf!

Seit 2013 besuchen unsere Kinder die Kirchrainschule in Oberboihingen. Ab dem ersten Schultag gab es ein Inklusionskind in der Klassengemeinschaft. Sowohl Eltern als auch Kinder standen der Inklusion ohne Vorbehalte gegenüber, zumal die damalige Klassenlehrerin das Ganze sehr engagiert und positiv begleitet hat. Mittlerweile wissen wir, dass von Anfang an „der Wurm“ drin war. Zwar verliefen die ersten beiden Schuljahre für die meisten ohne nennenswerte Zwischenfälle. Wir wunderten uns aber über den häufigen Wechsel der Begleitpersonen, die das Kind im Schulalltag unterstützen, auch über die fehlende Offenheit der Inklusionsmutter.

Dann häuften sich fordernde, teils hysterische Auftritte: in der Klasse, vor dem Unterricht, im Schulgebäude. Selbst die Schulleitung blieb nicht verschont. Aggressive Kommentare und Verhaltensweisen trafen die Klassenpflegschaft/Elternabend. Als Betroffener würde man die Situation wohl als Psychoterror bezeichnen. Bis dann endlich klargestellt war, dass die Mutter nichts im Unterricht zu suchen hat, blieb sowohl die Gesundheit unserer beliebten, engagierten Klassenlehrerin als auch die Leistung der Klasse auf der Strecke. Forderungen ohne Blick für Maß und Mögliches, Schuldzuweisungen, massives persönliches Auftreten: Die Lehrerin konnte nicht mehr.

Unsere Kinder wurden durch viele Hände gereicht, bis wieder ein Klassenlehrer eingesetzt werden konnte. Doch es geht weiter: aufgebrachtes Erscheinen vor dem Klassenzimmer, verzögerter Unterrichtsbeginn, Fachlehrer werden wegen ihrer Notengebung angegangen. Die Kinder bekommen es mit.

Inklusion ist eine gute Sache, aber nicht, wenn Einzelne die Regie übernehmen und sich nicht an Spielregeln halten, mit Auswirkungen auf die Mehrheit. Es wäre sinnvoll, wenn in solchen Fällen die Schulleitung ein Hausverbot erteilen dürfte und Lehrer mehr Rückendeckung vom Schulamt erfahren würden.

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