Leserbriefe

Friedhofsruhe in Gefahr?

14.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Silke Hirning, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „3000 Unterschriften gegen Flüchtlingsunterkünfte“ vom 10. Januar. Gar dem Bericht einer Preisverleihung anmutend, stimmte mich der oben genannte Artikel sehr nachdenklich. Am Ewigkeitssonntag besuchte ich das Grab meines Vaters auf dem Waldfriedhof in Nürtingen. Den aufgebauten Infostand der Bürgerinitiative am Friedhofseingang empfand ich als sehr störend und sehr unpassend! Wenn Unterkünfte für geflohene Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnhäusern gebaut werden, sei es den Anwohnern wirklich zugesprochen, dass sie die Baupläne genau prüfen, so wie ich auch Baupläne prüfe, wenn in meiner Nachbarschaft gebaut wird. Ebenfalls ist es auch in Ordnung, wenn Anwohner Bedenken und Sorgen äußern und auch von der Stadt und Mitbürgern angehört werden möchten. Alle Argumente müssen gehört und bedacht werden. Aber ich hatte das Gefühl, dass teilweise versucht wurde, Ängste und Bedenken auf die Friedhofsbesucher zu übertragen. Manch einer hätte sich vielleicht gar nichts gedacht und wurde durch die Aktion am Friedhofseingang verunsichert. Ich bin selber ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit aktiv und habe in den letzten Jahren viele nette Menschen kennengelernt und hatte und habe gute Begegnungen. All diese Menschen wären erschrocken, was ihnen zugetraut wird. Für mich als fröhlichen Christenmenschen ist ein Friedhof ein Ort der Ruhe und des Gedenkens, aber nicht die Endstation. Bei mir darf es auf dem Friedhof auch zum Beispiel ein Kinderlachen geben und direkte Nachbarn an Friedhöfen gab es auch schon immer. Deutsche Menschen sind auch nicht immer leise.

Vielleicht findet manch eine von Kriegswirren verwundete Menschenseele auf einem Friedhofsbänkle ganz im Stillen wieder zur Ruhe. Vielleicht hilft ein Bewohner der geplanten Unterkünfte der älteren Dame beim „Gießkannenschleppen“. Manch Leser oder Unterstützer der Bürgerinitiative denkt jetzt über mich „Träum weiter . . .“. Dann sage ich ganz klar: Ja, ich möchte weiterträumen und alles versuchen, um den Traum von einer besseren Welt im Kleinen wahr werden zu lassen.

Leserbriefe

„Bus-Misere ist hausgemacht“

Bernd Sackmann, Reudern. Zum Artikel „Mehr Busse nach Reudern gefordert“ vom 1. Juni. Es ist sehr zu begrüßen, dass der Busverkehr zwischen Nürtingen und Reudern Anfang nächsten Jahres deutlich ausgebaut wird. Allerdings reichlich spät.

Warum wurde die wichtige Krankenhauslinie sonntags…

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