Leserbriefe

Friedhof und Flüchtlinge

08.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Menrad, Nürtingen. Zum Artikel „Protest gegen Anschlussunterbringung“ vom 6. Oktober. „Neben seiner Bedeutung als letzte Ruhestätte des Menschen ist der Waldfriedhof ein wichtiger Teil des städtischen Grüns, eine Oase der Ruhe“: So wirbt die Stadt Nürtingen auf ihrer Internetseite für den Waldfriedhof.

Um die Ruhe der Toten und der Trauernden zu gewährleisten, war für die Bebauung ein Mindestabstand von 150 Meter vorgeschrieben. Doch mit dieser Ruhe soll es nun vorbei sein! Direkt neben dem Friedhof (etwa 20 Meter) ist eine Anschlussunterbringung für bis zu 82 Flüchtlinge geplant.

In der Betriebsausschusssitzung am 4. Oktober waren wir über die Aussage von Oberbürgermeister Heirich empört, für den unsere Friedhofskultur mit der Anschlussunterbringung von Migranten in unmittelbarer Friedhofsnähe vereinbar ist. Neun Gemeinderäte stimmten dem ebenfalls zu, drei Gemeinderäte nicht.

In der Informationsveranstaltung „Nanzwiese“ im Roßdorf sagte Bürgermeisterin Grau, dass es selbstverständlich ist, dass wenn 60 Männer auf engstem Raum zusammenleben, es zu Lärmbelästigungen kommen muss – das wäre bei deutschen Männern ebenso. – Wir glauben, dass besonders die warme Jahreszeit besonders konfliktträchtig ist, wenn sich die Bewohner im Freien aufhalten und nicht in ihren kleinen Wohnungen.

Die Stadtverwaltung sieht durchaus die Probleme, plant aber weiter. Mit dem derzeitigen Bebauungsplan ist diese Anschlussunterbringung nicht möglich.

Also ändert man diesen schnell, mit der Folge, dass die Gebäude nur für drei Jahre genehmigt werden können. Dies bedeutet für die Bauweise die Notwendigkeit der Wiederabbaubarkeit.

Es ist eine Illusion, wenn man glaubt, dass diese Wohnmodule, die geschätzt schlappe 2,5 Millionen Euro kosten, nach drei Jahren abgebaut werden könnten. Für wie dumm wird man gehalten? – Armes Nürtingen! Arme Bürger, die dies mit ihren Geldern mitfinanzieren müssen.

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Abstrakte Argumente von de Maizière

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