Leserbriefe

Fremdenfeindlichkeit: Grotesker Missgriff

25.08.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wir fühlen uns von der Politik alleingelassen“ vom 21. August. Wie ein Stück Eisen wird Geschichte am besten verbogen, solange sie noch warm ist. Der „Roßdorfer Aufschrei“ galt nicht der Flüchtlingsproblematik, sondern der Missachtung unseres abgeschlossenen Stadtteilkonzepts, das in seinen Zentren nicht weiter verdichtet werden kann, weil es bereits dichter bewohnt wird als jeder andere Stadtteil in Nürtingen.

Jahrelang ging es der Stadtverwaltung nicht um bezahlbaren, sondern um höherpreisigen Wohnraum. Die verantwortungslose Nachlässigkeit im unteren Preissegment hat man dem scheidenden Beigeordneten Erwerle noch schnell in die Schuhe geschoben. Wie ein Richter thront der OB über den Parteien und befindet über Schuld und Unschuld, oder ob man nicht gleich „alle mitnand“ in den Sack steckt. Diesmal sind es „einzelne Gemeinderäte“. Damit meint er erst mal mich.

Am 16. Juni sollte im Bauausschuss keineswegs „über die städtischen Pläne für die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum informiert werden“. Die Beschlussvorlage wollte die sofortige Bebauung der „Nanz-Wiese“. Von Information war keine Rede. Man wollte sofort anfangen. Ohne Information. Das aber ging unerwartet in die Hose. Also hat man vorsorglich unterstellt, wir wollten keine Flüchtlinge. Man hat uns Roßdorfer als politisch „radikal“ bezeichnet. Außerdem hatte der OB schon vor der Sitzung der Polizei gegenüber mich in Verbindung mit angeblichen rechtsradikalen Aufmärschen gebracht. Wahlkämpfer Kunzmann hat außerdem mir öffentlich unterstellt, im Roßdorf eine „braune Suppe angerührt“ zu haben.

Im Roßdorf leben weit über 4000 Menschen aus zig Nationalitäten und Kulturen einträchtig neben- und miteinander. Uns Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen ist ein grotesker Missgriff, der durch Wiederholung in einem Sommerinterview nicht erträglicher wird.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

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