Leserbriefe

Freies WLAN, eine Wohltat für die Bürger?

08.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Professor a. D. Helmuth Kern, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Freies WLAN soll ausgebaut werden“ vom 1. April. Nun hat also die Stadt Nürtingen freies WLAN im Ortskern bekommen. Was auf den ersten Blick als eine Wohltat für die Nürtinger Bürger beziehungsweise Besucher erscheint, wird bei genauerer Kenntnis von den Risiken der eingesetzten Technik zur gesundheitlichen Gefahr. Denn über eines muss man sich im Klaren sein: Die WLAN-Komponenten senden Tag und Nacht rund um die Uhr. Alle Nürtinger Anwohner der bestrahlten Gebiete sind der neuen, gepulsten Strahlung pausenlos ausgesetzt, ob sie damit einverstanden sind oder nicht.

Die Europäische Umweltagentur verglich die WLAN-Strahlung auf Grund der Forschungslage 2007 mit Asbest, 2013 stufte sie diese Strahlungsart als Risikotechnologie ein. Die WHO hat diese Strahlung 2011 als möglicherweise krebserregend eingestuft. Sollten also Anwohner zwischenzeitlich unter unerklärlichen Schlaf- und Konzentrationsstörungen leiden oder von nicht nachvollziehbaren Kopfschmerzen betroffen sein, dann kann das an dieser neuen Wohltat namens „WLAN“ liegen.

Weitere, in vielen Gutachten nachgewiesene gesundheitliche Beeinträchtigungen können hinzukommen. Wir meinen, dass sich jeder freiwillig WLAN in seine Wohnung holen kann, wenn er der Meinung ist, die Risiken vernachlässigen zu können. Wenn nun aber ein ganzes Stadtgebiet von Nürtingen zwangsverstrahlt wird und die anliegenden Bewohner gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden, ohne dass sie sich dagegen wehren können, ist das ein untragbarer Zustand, der wieder rückgängig gemacht werden muss. Dass vielen Entscheidungsträgern die Risiken der Mobilfunk-Technologie nicht bekannt sind oder von ihnen einfach verdrängt werden, lässt Verantwortung vermissen. Umso notwendiger ist es, dass neue Modelle erprobt werden, in denen die Strahlenbelastung minimiert wird, wie dies zum Beispiel beim St. Gallener Modell der Fall ist. Im Sinne der Gesundheitsvorsorge sollte dieses Modell Schule machen. Ein kritischerer Umgang mit diesem Thema auch seitens der Entscheidungsträger wäre im Sinne der Gesundheitsvorsorge für unsere Bürger dringend geboten.

Leserbriefe

Demokratie und Parteien

Christof Deutscher, Kohlberg. Zum Artikel „Immun gegen Schulz-Hype“ vom 22. März. Als Jugendlicher hatte ich mal einen Abreißkalender. Auf dem wurde täglich eine Frage gestellt, auf der Rückseite des Blattes fand sich dann die Antwort. An eine Frage erinnere ich mich noch genau: „Wo fand die…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe