Leserbriefe

Frau Merkel will die Regierung vorführen

16.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, Nürtingen. Zum Leserbrief „Wer übernimmt am Ende die Verantwortung?“ vom 28. Mai. Ich kann Herrn Jürgen Klein nur völlig zustimmen. Ganz egal, wer von den hochrangigen Politikern noch im Amt ist, wenn es zum vorprogrammierten Desaster beim Bau des unsäglichen Tiefbahnhofs in Stuttgart kommt. Sie sind dann alle nicht haftbar und kassieren nach wie vor ihre hohen Gehälter oder Pensionen aus dem Staatshaushalt. Noch sind gar nicht alle Teilstrecken der geplanten Neubau-Strecken planfestgestellt. Vor allem nicht die Situation auf den Fildern. Kann man anfangen einen kilometerlangen Tunnel zu bauen, wenn man gar nicht weiß, wo er enden soll und wie es von dort weitergehen soll. Wenn es nicht weitergeht, kann man ja Champignons züchten darin.

Wer haftet, wenn durch das Grundwassermanagement die Thermalquellen in Stuttgart geschädigt werden. Es sind bisher die europaweit stärksten Thermalquellen. Keine andere Stadt würde das Risiko eingehen, ein solches Naturgeschenk zu gefährden. Jetzt will die Bahn mit den geplanten Bauarbeiten einfach weitermachen, bevor noch das Ergebnis des vereinbarten Stresstests vorliegt. Man behauptet einfach, dass man die Kriterien des Stresstests erfüllen wird. Dies wird von den S21-Gegnern verständlicherweise absolut nicht akzeptiert.

Unsere noch schwarz-gelbe Bundesregierung mit der Kanzlerin Merkel will offensichtlich Stärke beweisen und keinen Baustopp für S 21 zulassen, um die grüne Landesregierung vorzuführen als Partei, die ihre Wahlversprechen nicht einhält. Die Fortsetzung der Bauarbeiten sowie die Vergabe weiterer teurer Bauarbeiten durch die Bahn ist eine Kampfansage an alle, die S 21 nicht haben wollen.

Bisher waren alle Demonstrationen gegen das unsinnige Projekt Stuttgart 21 sehr friedlich abgelaufen. Es ist jedoch zu befürchten, dass sich dies ändert, wenn die Bahn jetzt mit den Bauarbeiten weitermachen will. Es wird sicher mehr zivilen Ungehorsam geben mit allem, was dazugehört. Es wird nicht gelingen, ein Projekt dieser Größenordnung über Jahre gegen den Willen einer Vielzahl von Protestierenden durchzuführen.

Außerdem gibt es ja noch die nächste Bundestagswahl. Frau Merkel hat uns in Baden-Württemberg ja die Landtagswahl als Ersatz für einen Volksentscheid angeboten. Wie das ausging, haben wir ja gesehen. Eine Konsequenz ist bisher nicht zu sehen.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe