Leserbriefe

Frau Merkel als Erna Mustermann

22.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Merkel fordert ausreichend Personal bei der Bahn“ vom 15. August. Der aufgeregte Badegast: „Herr Bademeister, Herr Bademeister, ein Hai hat soeben meiner Frau ein Bein abgebissen!“ Der Bademeister: „Ja, ja, das machen sie gerne!“ Mit Antworten dieser Güte reagiert auch Frau Merkel auf Wunden, auf politische Wunden. Kostproben: Nach Wagneroper und Sommerurlaub – im Mainzer Bahnhof fahren seit Tagen viele Züge nicht mehr – meint die gute Frau im Fernsehen: „Die Bahn ist für viele Menschen lebenswichtig für die Ausübung ihres Berufs.“ Und: „Ich bin sehr froh, dass die Bahn sich mit aller Ernsthaftigkeit der Sache angenommen hat“.

Der Sache angenommen. Das trifft voll und schält den Kern heraus. Hat was von Chefsache. Eine Art Kernkompetenz, glasklar, wie der Vorlauf beim Schnapsbrennen. A propos Kern: An der Kernkraft gehe kein Weg vorbei, tönte sie jahrelang. Da war sie noch Mädchen bei Herrn Kohl. Dann platzen in Japan ein paar Meiler im Hochwasser, und schon klingt sie wie der Pressesprecher von Greenpeace. Kanzlerin Merkel ist Erna Mustermann, Durchschnittsdeutsche. Sie walkt durch den politischen Supermarkt und hat danach alles im Korb, was im Angebot ist: Eine Handvoll Grün, ein Bund Sozi, Marx und Jesus, eine Döschen Liberal und zwei Spritzer DDR. Aber kein Kochrezept, nur Zutaten auf dem Band. Und das bezahlen alle. Sie tun das gern, weil Frau Merkel das ist, was ich insgeheim bin: Erna Mustermann, verwechselbar, in mäßiger Übergröße, auf breitem Hintern Marke Helmut. Auf dem sitzen wir gerne alles aus, bis es aus ist, oder eben alles so kommt, wie’s kommt.

Wer hat’s erfunden, feixt die CDU? Das Echo schallt von den Schweizer Alpen bis in die Uckermark: Wir haben’s erfunden! Und deswegen kann Frau Merkel mit jedem, sagt aber nicht, mit wem sie will. Und deswegen ist es schnuppe, wer Ende September wen wählt. Sie wird den Preiswertesten ins Körbchen tun und an der Kasse auf’s Band legen. Vorsicht geboten ist nur, wenn Vorlauf im Cocktail wäre. Trinksch du, bisch du blind, Alter.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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