Leserbriefe

Flüchtlinge und Frickenhausen

06.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Otto Kücherer, Frickenhausen. Zu den Leserbriefen „Die Flüchtlinge brauchen Hilfe“ vom 26. September und „Weniger Vorurteile gegenüber Flüchtlingen“ vom 27. September. Es war nicht falsch, dass sich die Anwohner im Bereich der Sternbergstraße „scharf und teilweise mit haarsträubenden Argumenten“ dagegen gewehrt haben, 35 Flüchtlinge in einem Wohnhaus unterzubringen. Sie hatten damit Erfolg.

Die Bewohner des Tischardtegart-Gebietes haben sich 2013 auch mit Unterschriftensammlung gegen die inzwischen hier entstandene zweite Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft in der Max-Planck-Straße zur Wehr gesetzt. Dies geschah wohl zu emotionslos und zu leise, weshalb der Erfolg ausblieb. Es war für uns nicht einzusehen, dass wir (nachdem wir schon seit circa 25 Jahren das erste Frickenhäuser Heim dieser Art hier haben) noch ein zweites Haus hinzubekommen sollten.

Der Erfolg der Sternbergstraßen-Leute mag wohl auch damit zusammenhängen, dass Bürgermeister Blessing in diesem Wohnviertel gerade sein Wohnhaus baut.

Bei der Info-Veranstaltung auf dem Rathaus am 19. April 2013 versicherte der Bürgermeister, dass in das demnächst fertiggestellte neue Haus Familien mit Kindern einziehen werden, Leute, die bereits anerkannt seien. Jetzt mussten wir lesen, dass in zwei Dritteln des Hauses bis zu 34 Personen für die Erstunterbringung (Durchgangslager) aufgenommen werden sollen. Dies war ursprünglich die genannte Gesamtzahl für das neue Gebäude. Rechnet man das weitere Drittel des Hauses und das bereits bewohnte Heim hinzu, erhöht sich die Zahl auf circa 60 Personen, geballt auf engem Raum und nur wenige Meter von unserem Wohnhaus entfernt. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Das macht Angst!

Der andere Aspekt ist, dass unsere Immobilie, für die einst Opfer erbracht wurden, durch die Entwicklung des Umfeldes nichts mehr wert ist. Das ist ein finanzieller Verlust, den uns niemand ersetzt. Dies sollten sich auch einmal die beiden Leserbriefschreiberinnen durch den Kopf gehen lassen, bevor sie über ihre Landsleute den Stab brechen, weil sie sich gegen so etwas wehren. Es hat eben alles zwei Seiten.

Leserbriefe

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