Leserbriefe

Fehlende Anbindung an somatische Station

30.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Petra Besemer, Kirchheim. Zum Artikel „Psychiatrie: Neuer Chefarzt ab Oktober“ vom 22. August. Eine Psychiatrie, die sich an sozialen Aspekten orientiert, sollte fähig sein, sich am Bedarf des einzelnen Menschen zu orientieren und möglichst am individuell gewählten Lebensort des Patienten auch ermöglicht werden. Dies wäre eine integrierte Versorgung als Chance zum Leben außerhalb von Institutionen.

Ich sehe bei den Überlegungen und Kostenrechnungen hier kein einziges Argument, welche positiven Veränderungen für uns Betroffene aufgeführt worden sind. Für Patienten aus dem Raum Nürtingen und Kirchheim ist diese Klinik in Plochingen nicht so schnell und unkompliziert zu erreichen wie die Nürtinger Klinik. Eine unkomplizierte Anbindung an somatische Stationen wäre so sinnvoll, denn ein Krankentransport von der Plochinger Psychiatrie in eine der anderen somatischen Kreiskliniken kann für einen psychisch kranken Menschen durch die langen Anfahrtswege und die aufzubringende Zeit der Fahrt und gegebenenfalls auch noch Wartezeiten bereits eine weitere psychische Belastung zur Folge haben. In diesem Zusammenhang sehe ich eine Kostenexplosion durch Fahrtkosten sowie auch einen Mehrbedarf an Personaleinsatzkräften.

Was macht den Reichtum einer Gesellschaft aus? Wirtschaftliche Macht? Politische Sicherheit? Oder kulturelle Vielfalt? Es ist von jedem etwas. Dennoch: Eine Gesellschaft besteht aus Menschen. Und sie sind es, die das Wohl einer Gesellschaft prägen – und zwar in allen wichtigen Lebensbereichen. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an.

Um Inklusion vor Ort erlebbar zu machen, wäre es nötig, dass sich möglichst viele Akteure aus unterschiedlichen Bereichen an dem dafür notwendigen Veränderungsprozess beteiligen und sich aktiv dafür einsetzen, dass Menschen – unabhängig von ihrer körperlichen, seelischen oder sozialen Situation – die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe an solchen entscheidenden gesellschaftlichen Prozessen ermöglicht wird.

Auch an der Planung eines neuen Standortes der psychiatrischen Abteilung sollte man meiner Meinung nach in Erwägung ziehen, die Betroffenen an Arbeitsgruppen zu beteiligen.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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