Leserbriefe

Familienleben im traditionellen Sinn

16.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rainer Braun, Wendlingen. Zum Kommentar „Besitzstände“ vom 3. September. Zwei Aussagen von Herrn Wallet sind mir in seinem Kommentar beim Lesen bittet aufgestoßen. Zum einen spricht er beim Betreuungsgeld von „sinnlos ausgegebenem Geld“ und zum anderen rät er der CDU, nicht weiter auf einem „toten Gaul“ reiten zu wollen. Um zu verdeutlichen, warum mir diese Aussagen bitter aufstoßen, möchte ich zunächst einmal kurz meine persönliche Sicht unserer Lebenswirklichkeit darstellen: „Wir wachsen oft einsam auf in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen, und wir sterben oft einsam in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Dazwischen liegt meist ein arbeitsreiches und stressintensives Leben.“

Ich gebe zu, dass ich als christlich geprägter Mensch doch etwas mehr vom Leben erwarte. Nämlich nicht nur mehr Menschlichkeit und Zeit im Umgang miteinander, sondern auch das Gefühl der Ruhe und Geborgenheit im Kreise der engsten Angehörigen, der Familie. Diese Vertrautheit ist es letztendlich, die mir Kraft gibt, Hoffnung schenkt und Mut macht, neue Herausforderungen anzunehmen. Selbstverständlich ist mir auch klar, dass nicht jeder meine Empfindungen nachvollziehen kann. Das ist auch nicht mein Anspruch. Es ist jetzt 100 Jahre her, dass die Bolschewisten versucht haben, Russland gewaltsam ein Stück weit besser und gerechter zu machen. Schnell wurde ihnen dabei klar, dass man vorhandene Strukturen erst zerstören muss, bevor man Neues errichten kann. Sie waren sich einig, dass man den „Kern“ der Gesellschaft, nämlich die Familie, schwächen muss.

Unter dem Vorwand, dass man die Frauen von ihrer Knechtschaft zu Hause befreien möchte, hat man Betreuungseinrichtungen für die Kinder und Pflegeanstalten für die Alten geschaffen. Familienleben im traditionellen Sinn war dadurch nur noch beschränkt möglich. Die Familie und somit natürlich auch die Gesellschaft waren erfolgreich geschwächt. Was die Bolschewisten jedoch nicht bedacht haben war die Tatsache, dass selbst noch so hehre Ziele in einer geschwächten Gesellschaft nicht zu erreichen sind. Im Gegenteil. Nicht intakte Gesellschaften mit einer starken Regierung führen dazu, dass sich Egoismen und Gleichgültigkeit ausbreiten. Bei schwachen Regierungen kann es zudem zu Intoleranzen kommen.

Das Betreuungsgelt ist für mich ein positiver Ansatz der Politik, wieder mehr die Familie und somit auch die Gesellschaft zu schützen und zu stärken. Zu guter Letzt möchte ich nochmals klarstellen, dass es jedem Elternpaar natürlich selbst überlassen ist, ob sie ihr Kind zu Hause erziehen oder in Obhut geben. Beide Entwürfe sind legitim und sollten gleichermaßen unterstützt werden. Daher finde ich die Aussage von Herrn Wallet anmaßend, von einem „toten Gaul“ zu sprechen, da er schließlich jederzeit auf Länderebene wiederbelebt werden kann.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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