Leserbriefe

Euro-Rettung im Wahlkampf

17.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Herbst, Nürtingen. Zum Artikel „Euro-Rettung, Verschuldung, Steuersünder“ vom 8. August. Bis heute haben alle wichtigen Parteien gemeinsam den sogenannten „alternativlosen“ Maßnahmen zur vermeintlichen Rettung des Euro zugestimmt. Wie diese Euro-Rettung weiterlaufen soll, hätte manch einer gerne vor der Wahl gewusst.

Dieses Thema scheint jedoch im aktuellen Wahlkampf wohlweislich ausgeklammert zu werden und die Parteien bevorzugen andere Themen. Die Währungspolitik wird im Wahlkampf an den Rand gedrängt. Fast alle Parteien scheinen hier die gleiche Meinung zu haben, nämlich den Euro zu retten, koste es uns, was es wolle.

Wie hoch die bisherigen deutschen „Rettungskosten“, das heißt die Verpflichtungen, die Kredite und Bürgschaften bereits sind, ist nicht zu erfahren, geschweige denn was da noch auf uns zukommen könnte. Ein „Soli Süd“ etwa? Dieser würde sicherlich nicht einstellig ausfallen und wäre wohl unbefristet. Welcher Bürger versteht und kennt schon die über EFSF- und ESM-Rettungsschirme, über TARGET-Salden und über fragwürdige EZB-Sicherheiten aufgehäuften Haftungsrisiken von Deutschland?

Alle bisherigen Euro-Brandherde wurden nur vorübergehend eingedämmt, keiner ganz gelöscht. Von einem Ende der Krise dort kann keine Rede sein. „Gerettet“ wurden bisher: Irland 2008 mit 85 Milliarden Euro, Griechenland 2010 mit 110 Milliarden Euro, Portugal 2011 mit 78 Milliarden Euro, Spanien 2012 mit 100 Milliarden Euro, Griechenland 2012 erneut mit 130 Milliarden Euro und Zypern 2013 mit 10 Milliarden Euro.

Wird die europäische Währung weiterhin bei solchen Zahlen mit auf Hochdruck laufenden Druckerpressen der Zentralbank am Leben gehalten? Werden Pleitebanken weiterhin mit Geldern der Steuerzahler gerettet? Brauchen wir am Ende dieser Domino-Kette möglicherweise selbst einen Retter? Nur, wer sollte das sein? Sollte man wirklich den Euro in seiner gegenwärtigen Konstellation beibehalten? Wäre nicht eine Zweiteilung in wirtschaftlich stärkere und in schwächere Länder sinnvoll?

Im September stimmen wir mit darüber ab, ob die bisherige Euro-Rettung unverändert fortgesetzt werden soll. Deshalb ist es gut zu wissen, dass es inzwischen eine neue Partei „Alternative für Deutschland“ gibt, die diese Trennung befürwortet.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe