Leserbriefe

Es gibt einen Präzedenzfall

20.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Jakob, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Ich bin froh, dass wir das jetzt anpacken“ vom 11. Oktober. Immer wieder in den letzten Monaten berichtete die Nürtinger Zeitung über Aktionen von Landratsamt, Bürgern und Vereinen zum Schutz der Streuobstwiesen, ein Hinweis darauf, dass Erhalt und Pflege der Streuobstwiesen vielen Mitbürgern ein großes Anliegen ist. In Neckartailfingen ist das allerdings anders. Hier planen Bürgermeister und eine Mehrheit des Gemeinderats auf einer 3,2 Hektar großen Streuobstwiese ein Gewerbegebiet. Sogar das mit den Planungen beauftragte Ingenieur-Büro warnte die Gemeinderäte, dass es Probleme mit dem Naturschutz geben werde, ein Vorgang, den ich in mehr als dreißigjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit für den Naturschutz noch nicht erlebt habe. Der mit den artenschutzrechtlichen Fragen beauftragte Biologe bestätigte das Vorkommen unter anderem von Halsbandschnäpper und Wendehals. Aus eigener Kenntnis möchte ich eine weitere bedrohte Art hinzufügen, den Steinkauz. Für Neckartailfingen gibt es jetzt das Problem, den geplanten Eingriff in die Natur auszugleichen. Es übersteigt meine Vorstellungskraft beträchtlich, wie ein solch gewaltiger Eingriff in die Landschaft auszugleichen wäre. Kann der Eingriff aber nicht ausgeglichen werden, so Gesetz und Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, darf auch nicht gebaut werden.

Es gibt übrigens einen Präzedenzfall ganz in der Nähe. In Altenriet plante man vor einigen Jahren in den Brühlwiesen, ebenfalls ein Streuobstgebiet mit Halsbandschnäpper und Wendehals, ein Neubaugebiet. Der Gemeinderat von Altenriet ließ das Projekt jedoch nach Aufklärung durch den beauftragten Biologen fallen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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