Leserbriefe

Es geht auch anders

15.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karlludwig Schaal, Nürtingen. Es ist nahezu beschämend, wie in Nürtingen die Stadtoberen buchstäblich mit allen Mitteln der Macht einen Bürgerentscheid zu verhindern versuchen. Ein Vorgehen ohnegleichen. Viele Bürgerinnen und Bürger müssen diesen kommunalpolitischen Machtanspruch ohnmächtig über sich ergehen lassen, zusehen, wie mit ihnen umgegangen wird. Man schüttelt verständnislos den Kopf. Das kann und wird nicht gut gehen. Das wird Wunden in der Bevölkerung hinterlassen. „Boss muss in Nürtingen sein Hochregallager bauen, koste was es wolle.“ Dies scheint das Motto zu sein.

Heute wird vermutlich auf der Grundlage eines durch die Stadt auf Kosten des Bürgers bestellten Gutachtens ein Bürgerentscheid vom Oberbürgermeister und dem Gemeinderat abgeschmettert werden, obwohl auch ein Rechtsgutachten von einer renommierten Stuttgarter Anwaltskanzlei vorliegt, die einen Bürgerentscheid für zulässig erklärt. Das wird aber keinen scheren. Das passt nicht ins Zeitkonzept, Nürtingen will so rasch wie möglich der Firma Boss den Roten Punkt, die Baugenehmigung im Großen Forst, präsentieren, das Wettrennen mit Metzingen gewinnen. Dabei bleibt der Bürger auf der Strecke.

Unter Oberbürgermeister Bachofers Zeiten hat die Stadt Nürtingen die ehrenwerte Auszeichnung als bürgerorientierte Stadt erhalten. Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Dieser Geist ist verblasst. Aber noch schlimmer: Landauf, landab ist Nürtingen ins Gespräch gekommen und macht Schlagzeilen. Der Wunsch von Tausenden von Bürgern und Bürgerinnen nach einem Bürgerentscheid wird nicht nur in Nürtingen diskutiert. Nein. Schon längst berichtet die überregionale Presse über die Bürgerentscheid-Verhinderungs-Vorgänge in Nürtingen, und es ist zu befürchten, dass dadurch das einst gute Image unserer Stadt Schaden leidet, zerstört wird. Dies umso mehr, da der Boss-Ansiedlungs-Mitbewerber Metzingen durch ihren Oberbürgermeister Hauswirth und den Gemeinderat einem Bürgerentscheid ohne Wenn und Aber – ohne Einholung eines teuren Rechtsgutachtens – zugestimmt hat. Da traut man dem Bürger mehr zu. Man sieht, es geht auch anders: bürgerorientiert.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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