Leserbriefe

Erinnerung an eine mutige Person

31.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hellmut Kuby, Nürtingen. Zum Artikel „Wir ergänzen uns wunderbar“ vom 25. Januar. Gehört der schöne Beitrag in die Rubrik Erinnerungskultur? Angewendet wird dieser Begriff meines Wissens für Ereignisse von nationaler Bedeutung. Im Unterschied dazu spielt beim öffentlichen Erinnern in den Medien meistens das Sensationelle eine Rolle: Die Erstbesteigung, das höchste Alter, die längste Ehe, der größte Bankraub, der „erfolgreichste“ Massenmörder oder Mafiaboss, das höchste Bauwerk, das Erdbeben mit den meisten Toten und so weiter.

Dagegen bleiben Menschen, die durch ihre Menschlichkeit Vorbilder sein könnten (absichtlich oder unbewusst), im Dunkel der Geschichte. So Hermann Umfrid, Pfarrer in Niederstetten, Sohn von Otto Umfrid. Er setzte sich für seine jüdischen Mitbürger ein. Nachdem diese im März 1933 – nur zwei Monate nach der sogenannten Machtergreifung – von den Nazis überfallen und misshandelt worden waren, sagte er in seiner Predigt: „Was gestern in dieser Stadt geschehen ist, das war nicht recht . . .  “. Das verziehen ihm die Nazis nicht, bedrohten und drangsalierten ihn, die Kirchenleitung war feig, half nicht und rügte ihn.

Diesen monatelangen Druck konnte er nicht ertragen: Am 21. Januar 1934 – also vor genau 80 Jahren – nahm er sich das Leben. An einen Menschen zu erinnern, der den Ungeist des NS früher erkannt hat als die meisten und das mit dem Leben bezahlt hat, müsste – wenn man davon weiß – eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Ich habe am 11. Januar 2014 zehn Medien auf diesen Gedenktag aufmerksam gemacht. Ohne Erfolg. Weil das Sensationelle fehlt?

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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