Leserbriefe

Entscheidungen korrigieren

10.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hellmut Kuby, Nürtingen. Zum Leitartikel „Ehrlich in den Krieg“ vom 4. Juni. Ungewöhnlich für die Nürtinger Zeitung/Stuttgarter Nachrichten greift Claudia Lepping das Thema „Krieg“ kritisch auf. Falsche Entscheidungen, in Wut und Verzweiflung getroffen, können ausweglose Konsequenzen haben, so Präsident Bushs Bestrafung Afghanistans für den Terroranschlag am 11. September 2001, weil die Terroristen, selbst keine Afghanen, in Afghanistan ausgebildet worden waren.

Obwohl der Milliarden verschlingende Krieg, den viele Kriegsgegner und Afghanistankenner (zum Beispiel Todenhöfer) von Anfang an als falsch kritisiert haben, nicht gewonnen werden kann, wird er fortgesetzt – ein Desaster wie das in Vietnam ist zu befürchten. Und wir, die Deutschen, sind dabei in „uneingeschränkter Solidarität“ mit Amerika.

Politisch falsche Entscheidungen müssen, auch wenn es schmerzlich ist, korrigiert werden, bevor es zur Katastrophe kommt. „Kaum ein Politiker will sich dem Vorwurf aussetzen, den Soldaten in den Rücken zu fallen“ (schreibt Claudia Lepping ) und stimmt deshalb der Mandatsverlängerung zu. Was soll das heißen? Sind die Soldaten denn freiwillig in Afghanistan? Nein, sie wurden vom Bundestag (nur gegen die „Linke“ und einige andere „Abweichler“) dorthin geschickt.

Resümee: Militärische Überlegenheit (der USA) ohne politisches Konzept verstärkt den Unfrieden in der Welt. Krieg bezahlen die Soldaten mit ihrem Leben, der Steuerzahler nur die Kosten. Den Riesengewinn machen die Eigentümer der Rüstungskonzerne. Bezüglich Afghanistan ist der Friedensnobelpreisträger Obama genauso hilflos wie sein Vorgänger. Ist die Verleihung der Freiheitsmedaille an Angela Merkel vielleicht ein Köder, dass Deutschland sich nicht noch einmal so unsolidarisch verhält wie beim (neuesten) Krieg gegen Libyen?

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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