Leserbriefe

Energiewende per Atlantik?

04.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Die durch Panikgesetz verfügte Energiewende befindet sich in Turbulenzen. Strom ist ein flüchtiger Geselle und kann nicht gebunkert oder gelagert werden. Auch gigantische Batterien können einen ökonomischen Stromfluss nicht zuverlässig sichern. Deshalb steht und fällt die Energiewende mit der Speicherung des überschüssigen Stromes für den Gebrauch an trüben und windstillen Tagen.

Doch gerade auf diesem Sektor geschieht absolut nichts. Es müsste geradezu ein Boom bestehen für den Bau von Speicherbecken wie bei Glems. Dass es nur mit Eingriffen in die Natur möglich ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber eine andere Speichermöglichkeit steht zurzeit nicht zur Verfügung.

Den Strom in Erdgas zu speichern – diese Technik steckt noch in den Kinderschuhen. Der Berliner Eiertanz um die Versorgungssicherheit nimmt geradezu groteske Formen an und liefert eine pikante Attraktion dazu. Ausgerechnet der liberale Wirtschaftsminister will per Zwangsgesetz die Abschaltung von unrentablen Gaskraftwerken verbieten, weil sie als Reservekraftwerke zur Verfügung stehen sollen.

Man schätzt die Kosten dafür auf bis zu 287 Millionen. Das ist der Abschied von unserer erfolgreichen Marktwirtschaft Erhard’scher Prägung und ein großer Schritt in Richtung Planwirtschaft unseligen Gedenkens made in DDR.

Was die Kosten betrifft, ist man nicht knauserig, man wälzt sie eben auf den Endverbraucher ab. Den Betreibern der großen Windparks im Wattenmeer ist es gelungen, die Risiken auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Überlandleitungen und weitere örtliche Versorgungsleitungen verschlingen Milliarden.

Die Industrie erhält, um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein, saftige Rabatte. Diese Suppe haben der Normalhaushalt, der Mittelstand und kleinere Gewerbetreibende auszulöffeln. Neue Arbeitsplätze werden in rosigen Farben ausgewiesen, man vergisst aber geflissentlich die Vernichtung von zig Stellen durch die Stilllegung der AKWs.

Die wahre Zukunft von Europas Energie liegt nach Aufbrauchen aller Ressourcen in den Gezeitenkraftwerken am Atlantik. Mit einem Tidenhub von zwölf Metern bei Brest stehen dort gewaltige Kräfte zur Verfügung, exakt und pünktlich.

Deshalb keine Energiewende mit dem Brecheisen. Der Bürger registriert genau – und nächstes Jahr ist Wahl.

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