Leserbriefe

Energieversorger empfehlen Abstand

25.08.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Detlef Walser, Nürtingen. Zum Artikel „Wir fühlen uns von der Politik alleingelassen“ vom 21. August. Und wir fühlen uns von Lokalpolitikern verschaukelt! OB Heirich musste sich nach dem schlechten Wahlergebnis 2011 vorwerfen lassen, seine Bürger zu wenig in Entscheidungen einzubeziehen. Schon 2011 wurde befürchtet, dass er den Ausbau der Bürgerbeteiligung nicht ernst meint, nur vordergründig mitspielt und sich wenig um Kritik der Bürger schert. Bei der kuriosen Wahl heimste eine nicht aufgestellte Kandidatin glatte 32 Prozent der Stimmen ein. Die Erklärung des OB damals: Leute aus der links-alternativen Ecke haben, höchst undemokratisch, befremdlich und nicht an der Wahl interessiert, ihren Spaß haben wollen.

Welches Deja-vu! Wie ein absoluter Herrscher ordnet er nun die Bebauung der Nanzwiese im Roßdorf an. Für den Gemeinderat wurde die dort verlaufende 380 000-Volt-Leitung aus der Akte retuschiert. Als ehemaliger Richter sollte der OB wissen, wie frisierte Unterlagen zu bewerten sind. Und Gemeinderäte sich gut überlegen, welchen Weg sie so gehen.

Äußern die an Ethnien reich gesegneten Bürger des wohn- und bautechnisch hoch verdichteten Roßdorfs ihre Bedenken, wird das von Frau Lieb als „Aufschrei im Roßdorf“ bezeichnet. Der OB schwingt in bewährter Manier die Radikalen-Keule, dieses Mal nicht die aus der linken, sondern, weil’s wohl gerade modisch ist, die aus der rechten Ecke. Schon lange bevor OB Heirich Nürtinger wurde, protestierten Roßdorfer Bürger gegen die 380-kV-Leitung. Sie verloren gegen Lobbyisten und Interessen der Leitungsbetreiber.

380-kV-Leitungen durch Wohngebiete werden heute nicht mehr gebaut. Energieversorger geben aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen großzügige Abstands-Empfehlungen zu den Leitungen. Doch den Nürtinger OB schert das alles nicht. Er will unter der 380-kV-Leitung Wohnraum für sozial Benachteiligte, wörtlich Obdachlose, Flüchtlinge und einkommensschwache Familien, schaffen. Ist das eine linksradikale, rechtsradikale oder einfach nur menschenverachtende Idee?

Leserbriefe

Die Rote Karte für Erdogan

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Türkei plant Wahllokal in Stuttgart“ vom 9. März. Der Versuch, einen demokratischen Nachbarstaat zu erpressen, um innerhalb seiner Grenzen für eine Diktatur zu werben, bei Meinungsunterdrückung und Rechtsbeugung im eigenen Land, ist in mehrfacher…

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