Leserbriefe

Empfehle den Besuch der Ausstellung

10.08.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Müller, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Eine einseitige Schuldzuweisung“ vom 6. August und zum Artikel „574 Sterbeurkunden als Mahnung“ vom 3. August. Leider weiß ich nicht, ob Herr Kienzle am 1. August die Eröffnung der Ausstellung besuchte oder ob er überhaupt die Ausstellung im Rathaus sah. Die Ausstellung zu 70 Jahre Kriegsende, die uns Bürgern von Nürtingen für einige Zeit von Freunden aus der Nürtinger Partnerstadt Zerbst geschenkt wurde und seit Anfang August im Rathaus zu sehen ist, zeigt uns mehrere ganz individuelle Aspekte des Krieges. So ist zu sehen, wie politische Gefangene in ihrer Gefangenschaft kreativ tätig waren, um mit ihrem Schicksal umzugehen. Es sind Gemälde zu sehen, die die Auswirkungen der Zerstörung der Stadt Zerbst dokumentieren. Die Künstler zeigen dadurch ihre ganz individuelle Betroffenheit. Die Sterbeurkunden zeigen, dass es keine anonyme Masse von Menschen war, die das Leben ließen bei der Zerstörung der Stadt, sondern ehemalige Freunde und Verwandte der Überlebenden.

Die Ausstellung hat also keinen Anspruch, einen komplexen, vollständigen geschichtshistorischen Kurs zu geben. Vielmehr geht es darum, die ganz eigene Betroffenheit einer Stadt und deren Umgang mit den schrecklichen Ereignissen aufzuzeigen. Genau darauf hat Andreas Dittmann in seiner Einführung zur Ausstellung hingewiesen. Und diesem Zusammenhang ist auch das Zitat „Zerstört haben die Stadt Zerbst nicht US-Bomben, sondern die Politik der Nazis“ zu verstehen.

Vor diesem Satz führte der Zerbster Bürgermeister noch aus, dass die Stadtkommandantur die Gelegenheit zur Kapitulation hatte, die aber aufgrund der Nazi-Doktrin nicht wahrgenommen wurde. Und er berichtete auch davon, dass das beherzte Engagement einzelner Persönlichkeiten dazu führte, dass der Rest der Stadt Zerbst von weiterer Zerstörung verschont blieb. Kritik an dem Verhalten der Alliierten, an Kriegstreiber jeglicher Couleur sind durch die Einführung von Herrn Dittmann weder ein- noch ausgeschlossen und diese sind auch nicht Gegenstand der Ausstellung. Ich danke der Stadt Zerbst für diese Einblicke und kann den Nürtingern nur empfehlen, durch einen Besuch im Rathaus sich selbst ein Bild zu machen.

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