Leserbriefe

Elektromobilität und Ladestationen

20.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Seeger, NT-Zizishausen. Zum Leserbrief „E-Autos und die Energiewende“ vom 10. Januar. Ich habe mit selbsternannten sogenannten informierten Fachleuten so mein Problem. Daher muss hier wieder einiges geradegerückt werden. Ladeleistungen von 250 kW werden bei der Elektromobilität sicher nur bei Ladestationen im Bereich der Fernstraßen und bei Unternehmen mit Fernverkehr oder Firmenfahrzeugen benötigt. Ob das dann 250 oder 150 kW sein müssen wird sich zeigen. Im Moment sind die Autobahnraststätten mit Schnellladestationen ausgestattet, die bei den leistungsstärksten Fahrzeugen ein Betanken auf 80 Prozent in 50 Minuten erlaubt. Dafür reichen 60 bis 80 kW. Die genannte Gesamtleistung von sieben MW ist in diesen Fällen sicher kein Problem. Jedes größere Einkaufszentrum oder jede mittelgroße Produktionshalle werden mit solchen Leistungen versorgt. Jeder Großbetrieb und jedes Kühlhaus wird mit einem Vielfachen dieser Leistung versorgt.

Der allergrößte Teil der Fahrzeuge jedoch, der privat betrieben wird, kommt mit einer wesentlich geringeren Ladeleistung aus, da das Fahrzeug in der Regel abends an die Steckdose kommt und nachts geladen wird. So sind hier zum Beispiel 10 bis 20 kW in allen Fällen ausreichend. Ich lade mit zwei kW und verfüge morgens über ein voll betanktes Fahrzeug. Hier besteht die Herausforderung darin, die bestehenden Hausanschlüsse auf die Leistungen auszulegen.

Abends dann, wenn nach Feierabend die Fahrzeuge zum Laden eingesteckt werden, muss die entsprechende Leistung auch vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden. Hier sind jedoch Gott sei Dank bereits kluge Köpfe der Netzbetreiber dabei, Lösungen zu erarbeiten. Ob das dann mit Quartiersspeichern erfolgt, die wir ohnehin in den nächsten Jahren dringend benötigen, oder ob Netzverstärkungen, frequenzabhängige Leistungsmodulation oder andere Dinge durchgeführt werden müssen, wird die Zeit zeigen. Auf jeden Fall bestehen auch dafür Lösungen.

Schlussendlich muss ich dem Leserbriefschreibe in einem Punkt recht geben. Die Energiewende ist unsozial. Das liegt allein an der Politik, die es ermöglicht, dass sich Großbetriebe durch kleine Tricks von Umlagen und der Stromsteuer befreien. Das bezahlt der kleine Mann, der jedoch mit ein bisschen Köpfchen beim Verbrauch dagegenhalten kann. Regelrecht asozial dagegen ist jedoch die bisherige Form der Energieerzeugung. Was die Klimafolgen bereits heute und in den nächsten Jahrzehnten kosten, kann heute noch gar nicht abgeschätzt werden. Vielleicht sollten wir dazu einen Rückversicherer befragen, der dafür bereits Rücklagen in Milliardenhöhe bildet.

Was Volkswirtschaften dafür bezahlen müssen, dass ganze Landstriche im Meer versinken oder durch Versteppung unbewohnbar werden, steht noch in den Sternen. Fakt ist jedoch schon heute, dass wir uns als Steuerzahler an der Atommüll-entsorgung noch dumm und dämlich zahlen werden.

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