Leserbriefe

Einvernehmlich einen neuen Weg suchen

22.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Horst Matt, Wendlingen. Zum Leserbrief „Freue mich auf den Abriss“ vom 16. Juli. Wenn man die Überschrift liest, denkt man unwillkürlich an die Zeit vor 78 Jahren zurück, wo viele sich ebenfalls gefreut haben, als die Synagogen bei uns in Deutschland entweiht und niedergebrannt wurden. Diese Überschrift stammt sicher nicht von der Autorin des Briefes, wobei manche in Wendlingen tatsächlich so denken. Damals wurden auch Panzer und Kanonen gesegnet, die unendliches Leid über Freund und Feind gebracht haben. Heute sind wir einen Schritt weiter, heute sollen mit dem Segen der christlichen Kirche eigene Gotteshäuser abgerissen werden. Denn unser Gott, der auch der Gott der Juden und Moslems ist, wird nicht mehr benötigt, außer in schönen Festtagsreden, wozu dann ein Gotteshaus?

Es sind nicht die Steine, die erhalten werden sollen, sondern das Haus, das Gott und der Gemeinde mit allen ihren Gruppen dienen soll. Es wird nach dem Wahrheitsgehalt der Leserbriefe der Abrissgegner gefragt. Dazu stehe ich jedem gerne zu Frage und Antwort bereit, im Gegensatz zu denen, die „unisono“, Kirchengemeinderat, Pfarrer und Dekanat, vor der Fusion der Kirchengemeinden von Wendlingen und Unterboihingen hoch und heilig versprochen haben, dass keine Kirche verkauft oder noch viel weniger abgerissen werden soll. Die verständlichen Klagen der verschiedenen Gruppen der Kirchengemeinde sollten ebenfalls an den richtigen Adressaten gerichtet werden. Denn ich gehe davon aus, dass die Gruppenleiter genauso wenig um ihre Meinung zu den Plänen des Kirchengemeinderats gehört wurden wie die beiden betroffenen Gemeinden.

Die Stadt Wendlingen brauchte sehr schnell und dringend Gebäude für Kindertagesstätten, für die die Gemeindehäuser bereitwillig von den Kirchengemeinden verkauft wurden, ohne dass Ersatzräume vorhanden gewesen wären. Gleiches trifft auf den Vorwurf der Gemeindespaltung und Verschleppung zu, denn wären die Pläne vor den Beschlüssen mit der Gemeinde und den Gruppen besprochen worden oder hätte man die Vorschläge der Abrissgegner wohlmeinend geprüft, so hätte man sicher eine Lösung für alle erreichen können, ohne dass sich jemand hätte „verbiegen“ müssen. Zu wünschen wäre, dass einvernehmlich ein neuer Weg gefunden wird, der schnell zu einem guten Ende führt.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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