Leserbriefe

Einkommensarme nicht vergessen

10.03.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. In der Landes-CDU scheint es Streit zu geben wegen der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Ohne Zweifel ein wichtiges Thema. Aber trotzdem gibt es in diesem Lande über sieben Millionen Menschen, die andere Sorgen haben, als eigene und fremde Ängste vor „Überfremdung“ zu kultivieren. 12,5 Millionen sind gegenwärtig „einkommensarm“, die Armutsquote stagniert auf zu hohem Niveau. Das geht aus dem vor einigen Tagen vom Paritätischen Gesamtverband und erstmalig acht weiteren Fachorganisationen herausgegebenen Armutsbericht 2016 hervor. MdB Kipping (DIE LINKE) erklärte unlängst, es sei eine Schande, dass trotz Wirtschaftsboom und Rekordeinnahmen in Deutschland 12,5 Millionen Menschen in Armut leben müssen. Besonders betroffen seien Alleinerziehende, Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Armutsquote besonders rasant gestiegen sei. Von Anzeichen „Lawine der Altersarmut“ würde bereits gesprochen. Die Ursachen seien hausgemacht. Frau Kipping und Herr Riexinger unterstützen ausdrücklich die Forderung der Herausgeber der Studie nach einem sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um Armut und soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Der Armutsbericht belegt wie wichtig ein garantierter Schutz vor Armut ist. Deshalb lautet das Gebot der Stunde: Das Hartz-IV-Sanktions-System muss durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung in Höhe von 1050 Euro ersetzt werden. Zudem braucht es eine Rentenversicherung, in die alle einzahlen und die mit einer solidarischen Mindestrente von 1050 Euro alle sicher vor Armut schützt sowie eine Kindergrundsicherung.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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