Leserbriefe

Eine typische Nullnummer

30.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Leserbrief „Biergarten-Chance wurde vertan“ vom 25. Juli. Ein neuer Biergarten in städtischer Regie – der nichts einbrächte, weil echte Biergärten sich nur als Zubrot für Gasthäuser rechnen – war nach ersten Überlegungen mit rund 200 000 Euro veranschlagt. Der Bauausschuss hat diese Summe bereits im ersten Anlauf auf ein knappes Viertel gestutzt. Dennoch bleibt unsicher, ob das populistische Projekt nicht doch den Bach runtergehen muss statt die Fischtreppe hoch. Kneipensponsoring, zumal aus schmalem Stadtsäckel, dürfte im Rathaus eigentlich kein Thema sein. Ohnehin käme auf dem Melchior-Areal nur ein Provisorium in Frage. Der OB sprach von einem, höchstens zwei Jahren.

Hätte sich der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende der CDU vorher schlaugemacht, müsste er nicht vom Schaden der Stadt jammern. Es sind keine 200 000 Euro. Nur 45 000, falls überhaupt. Er müsste auch nicht behaupten, dass im Vorjahr ein Wirt weggemobbt worden sei. Das Gegenteil war der Fall. Jener Wirt kam von Anfang an durch unverblümte Günstlingswirtschaft auf den Platz. Für den OB, seine Referentin und für tatsächlich Einflussreiche gab es dann auch im August vorigen Jahres eine kleine Aufmerksamkeit: ein Gratis-Menü im Kirchheimer Weindorf beim Sternekochessen.

Hätte der OB seinen Ämtern nicht die Zuständigkeit entzogen, wäre der Betrieb 2014 nie an den Start gegangen. Da hilft im Nachhinein auch keine Gesundbeterei mit der Litanei, eine „kleine, höchst einflussreiche Gruppe von Gemeinderäten“ habe die Stadt um eine Attraktion und den Wirt um seinen Erfolg gebracht. Es ist albern, die tatsächlichen Mehrheiten im Gemeinderat derart plump auf den Kopf zu stellen, um Schuldige für eine typische Nürtinger Nullnummer rauszuklopfen, an der die übliche Minderheit der Stadträte keinen Anteil hat. Der Biergarten 2014 ist am dilettantischen Anspruch gescheitert, er könne in einem rechtsfreien Raum etabliert werden. Das geht nicht auf den Wirt. Das geht aufs Konto einer Rathausführung nach Gutsherrenart.

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Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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