Leserbriefe

Eine neoliberale Seifenblase platzt

12.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Land muss jetzt Reißleine ziehen“ vom 5. November. Die Linke, Kreisverband Esslingen, begrüßt das Zustandekommen des Bündnisses „Ja zum Ausstieg im Landkreis Esslingen“. Die Linke stellt fest, dass es im Landkreis Esslingen immer schwerer wird, dem Bürger neoliberale Projekte als „Fortschritt“ zu verkaufen. Das Projekt Stuttgart 21 wurde Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts zur Hochzeit des neoliberalen Denkens in Wirtschaft und Politik entwickelt. Dies war jene Zeit, da den Menschen erklärt wurde, es würde dem Fortschritt der Menschheit dienen, wenn „dem Markt“ keinerlei Grenzen gesetzt würden! Dieser Weg hat sich als Irrweg erwiesen. Eine neoliberale Seifenblase platzt nach der anderen. Die globale Finanzindustrie zum Beispiel erweist sich als undurchschaubares, unkontrollierbares Monster, das nur einigen wenigen Milliardenprofite bescherte. Jetzt müssen immer neue Rettungsschirme für Banken und Spekulanten aufgespannt werden, angeblich um verschuldeten Ländern zu helfen.

Tatsächlich aber werden die Verursacher der Finanzkrise, die internationalen Finanzspekulanten, die Großbanken und Finanzfonds belohnt. Ein anderes, neoliberales Projekt war die Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen; ebenfalls mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. In Nürtingen ist es 2008 einem Aktionsbündnis gelungen, die damalige Fachhochschule zur Einstellung ihrer Genmaisanpflanzungen zu bewegen. Es ist deshalb kein Zufall, wenn wir im Bündnis „Ja zum Ausstieg im Landkreis Esslingen“ die Kreisverbände der Grünen und der Linken neben anderen Organisationen und Einzelpersonen wieder finden, die schon bei der Genmaisaktion konstruktiv und freundschaftlich zusammengearbeitet haben. Viele neue Mistreiter wie zum Beispiel die „Piraten“ sind hinzugekommen. Sie alle sind sich einig: die Kosten des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 sind unüberschaubar und unbeherrschbar.

Deshalb gilt es jetzt „ja“ zum Ausstieg aus dem S21-Projekt zu sagen, bevor die Kosten den Bürger und Steuerzahler sowie die künftige (Finanz)politik dieses Landes „beherrschen“, während der Nutzen des Projekts für den Bahnkunden in keinem Verhältnis zu diesen Kosten steht.

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