Leserbriefe

Eine Chance auch für die Jugendarbeit

22.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christiane Joneleit, Wendlingen. Wendlingen hatte bislang zwei evangelische Kirchengemeinden und zwei Gotteshäuser, die altehrwürdige, denkmalgeschützte spätgotische Pfarrkirche Sankt Eusebius aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und die im Jahr der Wiederverleihung des Stadtrechts 1964 erbaute Johanneskirche beim neuen Rathaus. Die beiden Kirchengemeinden haben inzwischen jedoch fusioniert. Und diese organisatorische Zentralisation macht leider eine der beiden Kirchen überzählig. Die historische und architektonische Bedeutung für unsere Zeit sowie die religiöse Verwurzelung in der staatlichen Kommune und in der kirchlichen Gemeinde sprechen eine eindeutige Sprache: Die Johanneskirche muss der Eusebius-Kirche weichen.

Ihrem Abriss zuzustimmen wird vielen Menschen schwerfallen, insbesondere denen, die dieses junge Gotteshaus von der ersten Stunde an kennen, scheint mir aber die einzig angemessene Entscheidung zu sein. Erleichtert würde diese Entscheidung für den Abriss dadurch, dass der Turm von 1964 stehen bliebe und auf dem frei werdenden Areal ein kirchliches Gemeindezentrum entstehen würde, welches auf zeitgemäße Weise kirchliche Arbeit, also Arbeit im evangelischen Geist, ermöglichen würde. Insbesondere würde die Jugendarbeit davon profitieren. Sie findet gegenwärtig nur mit vielen Improvisationen und Einschränkungen statt. Ich denke beispielsweise an die Arbeit der Pfadfinder, die stetig am Wachsen ist. Neue großzügige räumliche Möglichkeiten würden diese Jugendarbeit vielfältiger und attraktiver machen und – theologisch gesprochen – missionarisch wirken lassen.

Natürlich hätte der Abriss der Johanneskirche auch Nachteile: Gottesdienstbesucher, namentlich ältere Menschen, müssten einen längeren Weg zur Eusebius-Kirche in Kauf nehmen. Eine Anpassung der Fahrtrouten des Bürgerbusses würde diesen Nachteil mildern und in den unwirtlichen Wintermonaten besonders hilfreich sein. Auch ein in der Kirchengemeinde organisierter Fahrdienst, etwa für Ältere und Gehbehinderte, würde hier Erleichterung schaffen.

Im Übrigen würde auch im neuen Gemeindezentrum ein Saal vorhanden sein, der für die Abhaltung von Gottesdiensten vorgesehen ist.

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