Leserbriefe

„Ein Zeichen gegen Homophobie“

01.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Homosexualität soll Pflichtstoff werden“ vom 26. Juni. Vor wenigen Tagen war zu lesen, dass sich die grüne Landtagsfraktion unter der Federführung von Brigitte Lösch dafür stark macht, dass das Thema Homosexualität in Zukunft in den Schulen behandelt wird. Endlich, möchte man sagen, und vor allem natürlich die Grünen.

Diese zeigen hiermit auch im 30. Jahr ihrer parlamentarischen Tätigkeit, dass die volle Gleichberechtigung keine Phrase ist, und setzen damit gleichzeitig ein Zeichen gegen Homophobie. Von welcher Wichtigkeit die Behandlung dieses Themas im Unterricht und damit einhergehend auch die Information der Betroffenen über Coming-Out-Gruppen und so weiter ist, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, nicht nur mein Leben, auch das vieler anderer Jugendlicher wäre oder würde anders verlaufen, wenn es zur richtigen Zeit die richtigen Ansprechpartner gegeben hätte.

Viele Leben wären dann erst weiterhin möglich, da die Suizidrate unter lesbischen und schwulen Jugendlichen wesentlich höher ist als unter heterosexuellen. Ein trauriger Umstand, der oft im Unwissen der Betroffenen und ihrem Umfeld begründet ist.

Das Zeichen, das die grüne Landtagsfraktion damit setzt, ist auch ein gutes Signal für die OrganisatorInnen der in vier Wochen beginnenden CSD-Woche in Stuttgart. Unter dem Motto „Schön wär’s“ zeigen wir Lesben, Schwule und Transgender dann wieder unser Leben in seiner gesamten Vielfalt und Buntheit, aber auch in seiner Ernsthaftigkeit. So befasst sich in diesem Jahr ein Abend mit den Problemen verheirateter (verpartnerter) Homosexueller im kirchlichen Dienst. Schön wär’s natürlich dann auch, wenn die schwarz-gelbe Mehrheit im Landtag dem Antrag der Grünen zustimmen könnte.

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