Leserbriefe

Ein Stern entfernt sich

14.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Neue Daimler-Zentrale soll 103 Meter hoch sein“ vom 7. Januar. Ein Stern entfernt sich. Es passt in eine Zeit der wertlosen Maßlosigkeit sowie des ungepflegten Vordenkens, wenn ein Konzern, der besser weniger anfällige Fahrzeuge bauen sollte, eine Imagepflege per aufdringlicher Äußerlichkeit beabsichtigt und gleichzeitig den Startschuss für bauliche Folgemegalomanien anderer gibt. Die gewaltsame (Turm-)Erhebung über eine Hauptstadt, eine Region, zeigt Charakteristika von Großkonzernen, von Kfz-Bauern vorzugsweise – analog dem Umgang mit ihren Zulieferern und Händlern.

Ich denke, man kann auf einen künftigen Stuttgarter Vergleich mit New York oder Shanghai gern verzichten, wenn es um gemauerte Machtdemonstration zu Lasten von Urbanität geht. Wir brauchen keine neuen Kirchen über uns, wir haben wichtigere aus Fleisch und Blut mit gemeinnützigem Führungsanspruch mitten unter uns nötig. Städte, die ihr typisches Stadtbild erhalten, werden in Zukunft zu den bewohnens- und sehenswerten gehören – als ein Synonym für den wesentlichen Lebensanspruch, den geistigen Entwicklungsstand ihrer Bewohner und deren tatsächliche Freiheit. New Yorks City mit ihrer kapitalen Stadtturmlandschaft ist übrigens beliebig austauschbar im Spenden von Schattendasein – keine Eigenschaft, die erwärmt –, eine die Kaltnutzung bevorzugt, beim so demonstrierten Miniaturisieren von „gewöhnlichem“ Leben. Da Stuttgarter Bürgermeister des reduzierten zahlengebundenen Zeitgeists jedem Anliegen seitens Arbeitgeber und aktueller Politik ein Nicken bereithalten, gilt die Vernunftreaktion der Autokäufer beziehungsweise der Bürger – auch wenn man diese (jetzt noch) als Folge mit Fortschrittslosigkeit diffamieren sollte. Daimler muss dringend nachdenken, muss Größe durch Leistung vorzeigen – der Rest ist negativ, verteuert dazu Produkte. Generell ist zu sagen, dass asiatische oder ölferne orientalische Bescheidenheit mit Intelligenz ein neues Image für ein großmannsüchtiges Deutschland wären, das inzwischen zukunftsbeschwörend mit der Auffälligkeit eines Bankrotteurs handelt.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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