Leserbriefe

Ein Opfer der Lobbyinteressen?

05.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Siegfried Essig, Unterensingen. Zum Artikel „Einfamilienhäuser statt Kita“ vom 28. Oktober. Diese Überschrift führt auf die falsche Spur. Tatsache ist, dass Teile des Gemeinderates ihrem Bürgermeister die Gefolgschaft kündigten, zumindest in diesem Fall. Bei einer Bürgeranhörung am 15. September brachten die circa 50 anwesenden Besucher den Wunsch zum Ausdruck, dass auf diesem sehr anspruchsvollen Grundstück Einfamilienhäuser geplant werden sollten, so wie es der ursprüngliche Bebauungsplan für dieses Wohngebiet vorsah. Mit Giebeldach und nicht mit Flachdach wie in der Variante 1 gezeigt. Dabei wurde auch die Vergabe an einen Bauträger abgelehnt. Am 26. Oktober stellte nun das Planungsbüro dem Gemeinderat drei Varianten vor. Die dritte Variante zeigte vier Einfamilienhäuser, die Lösung, die von 50 Bürgerinnen und Bürgern gewünscht wurde.

Hauptamtsleiter Herr Fritz und ein Gemeinderat würden es jedoch sehr begrüßen, wenn dieses Areal von einem Bauträger bebaut wird, da bei der Erschließung eines bereits mit Straßen erschlossenen 20 Ar großen Grundstückes und vier Kaufverträgen eine zu große Belastung auf die Verwaltung zukommen würde.

Bürgermeister Friz rief zur Abstimmung auf. Alle drei Varianten wurden vom Gemeinderat abgelehnt, dieses Ergebnis ist einmalig und zeigt, mit welcher Überzeugung manche Ratsmitglieder zu den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger stehen. In den Varianten 1 und 2 ist keine Spur von den Anregungen aus der Bürgeranhörung zu finden. Allen Interessenten für einen Einfamilienhaus-Bauplatz wird damit signalisiert: Ihr seid in Unterensingen nicht erwünscht! Der Besucher fragt sich, ob eine von den Bürgern gewünschte gute Lösung dem Fraktionszwang oder den Lobbyinteressen geopfert wurde. Die neue Form des Gehörtwerdens der Bürger ist bei den einzelnen Gemeinderäten noch nicht angekommen. Der Sitzungspunkt wurde abgebrochen mit dem Auftrag an das Planungsbüro, eine vierte Variante zu erarbeiten. Soll so lange abgestimmt werden, bis es bestimmten Interessengruppen passt?

In allen umliegenden Gemeinden wurden Neubaugebiete erschlossen. Das Ergebnis wird sein, dass sich die jungen Familien in den Nachbargemeinden nach einer Baumöglichkeit umsehen und dann sind auch diese Familien weg, die in Unterensingen bleiben wollen oder nach einer Familiengründung hierher zurück wollen.

Leserbriefe

Die Zahlen sind sehr unvollständig

Siegfried Stumpp, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Die Bahn muss sich dem Thema stellen“ vom 8. März. Die Kompetenz unserer Bürgermeister, von Erkenbrechtsweiler Herr Weiß, von Owen Frau Grötzinger und von Lenningen Herr Schlecht, wurde bei der vorliegenden Planung nicht einbezogen. Auch der…

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