Leserbriefe

Ein Leben frei von Diskriminierung

25.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Katharina Kuchinke, Frickenhausen. Zum Artikel „Minister Stoch mit Rosa Detlef geehrt“ vom 20. Oktober. Es ärgert mich, dass Pfarrer Schwaigert der MCC-Gemeinde Stuttgart ganz unverschämt pauschale Vorurteile äußern darf zur Demonstration gegen die Gender-Ideologie und den daraus resultierenden Bildungsplan. Wohl ohne dabei gewesen zu sein verunglimpft er alle Teilnehmer, ja die ganze Aktion als hassend und ausgrenzend.

Intoleranz gibt es leider immer noch und überall. An diesem Nachmittag waren Aggression und Hass aber tatsächlich nur auf der Gegenseite der Demonstration zu finden, was mehrere Platzverweise und Stinkbomben gegen die Polizei deutlich machen. Sowohl auf der Bühne in den Reden als auch bei der friedlichen Demonstration ging es darum zu zeigen, dass wir es nicht hinnehmen, von Grün-Rot einfach ignoriert oder vielmehr in eine Ecke gestellt zu werden. 100 000 Unterschriften waren bei Stuttgart 21 eine große, nicht übergehbare Zahl, die dann den Volksentscheid ausgelöst hatte. 192 000 Unterschriften gegen die neuen Bildungspläne sind für die gleichen Politiker nur Futter für den Papierkorb – die Petition, die sich ausdrücklich gegen jegliche Form der Diskriminierung stellte, wurde schlichtweg abgelehnt. Funktioniert so Demokratie?

Menschen, die kritisch hinterfragen, werden generell als reaktionär hingestellt. Nein, wir werden nicht hinnehmen, dass unsere Kinder ihre Freiheit zu denken, zu urteilen, eine eigene Haltung zu haben, an der Schultüre abgeben müssen. Wir wollen, dass sie Respekt und Toleranz lernen – allen Menschen gegenüber. Dieser respektvolle Umgang miteinander bedeutet aber auch, dass niemand dazu gezwungen werden kann und darf, Lebensweisen und Werte akzeptieren (!) zu müssen, das heißt für gut befinden zu müssen. Und es beinhaltet auch, dass in erster Linie die Eltern selbst, aber dann auch der Unterricht gerade in so sensiblen und ganzheitlichen Bereichen wie der Sexualität Kinder schützen und Sicherheit geben soll, statt sie ganz nach dem Geschmack der Gender-Ideologie mit undifferenzierten, verfrühten, für sie vielleicht gar nicht relevanten Informationen zu überhäufen, noch mehr zu verunsichern oder fehlzuleiten.

Es stellt sich mir überhaupt die Frage, aus welchem Grund die sexuelle Orientierung eines Menschen – seine Privatsphäre – so vehement in die Öffentlichkeit gezerrt werden muss? Welches Ziel verfolgen Politiker damit? Sind ihnen die 78 Prozent traditioneller Familien in Baden-Württemberg noch zu viel, zu gefährlich? Ja, Menschen sollen ihr Leben frei nach ihren Vorstellungen leben dürfen – ohne Diskriminierung, aber auch ohne dass die Freiheit anderer dadurch beschnitten wird.

Leserbriefe

Die Ablehnung wundert mich nicht

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Jamaika-Aus bringt Merkel in Not“ vom 21. November. Ein Argument vermisse ich im Zusammenhang mit den Diskussionen über die gescheiterte Jamaika-Koalition: Wer war denn die Erste, die Koalitionen ausgeschlossen hat? Angela Merkel. Sie erklärte…

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