Leserbriefe

Ein kultureller Scherbenhaufen

16.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tiina Kirsi Kern, Nürtingen. Zum Artikel „FKN-Areal: Gemeinderat gibt sich Zeit“ vom 10. Februar. Der Vision vom schöneren Leben in der Kleinstadt Nürtingen wird weiter mutwillig der Boden entzogen. Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit hat die Stadtverwaltung unter der Leitung von Oberbürgermeister Heirich in ihrer Beschlussfassung der letzten Gemeinderatssitzung ein Exempel mit eindeutig negativen Auswirkungen für das kulturelle Leben bis in weite Zukunft der Stadt abgegeben.

Die Diskussion um einen Verbleib der Freien Kunstakademie und ein Weinerlebnisland ist im Grunde genommen wieder ganz von vorne losgegangen. Dies lag mit Sicherheit auch an der Vorlage zum Tagesordnungspunkt. Keiner der Vorschläge der Stadtverwaltung unter Federführung von Herrn Heirich bot für die Fraktionen eine ausreichende Grundlage, um zu einer klaren Entscheidung zu gelangen. Dies nutzte einmal mehr dem Hausherrn Heirich, der die Runde der Beiträge brav moderierte, um dann zum Ende der Diskussion kurzerhand Beschlussfassungen zur Abstimmung zu bringen, die vor allen Dingen seinen eigenen Interessen entgegenkommen. Vordergründig spricht man sich also zwar für den Verbleib der FKN in der Stadt aus, kündigt aber im gleichen Atemzug den Mietvertrag, schaut sich nun endlich offiziell nach weiteren Investoren für das Melchiorgelände um und guckt erst an vierter Stelle, ob die einzige wenigstens zum Teil nutzbare Variante von anderem Spielort innerhalb von Nürtingen für die FKN überhaupt von finanzieller Seite ins Auge gefasst werden kann.

Ein weiterer Verein, der auch in die Mühle der traurigen Gebäudewirtschaft und ungeraden Stadtverwaltung geraten ist, der Verein Werk Raum Textil, wird auf diese Art auch seiner Existenzgrundlage, nämlich der Lehrräume, beraubt. Nach zwei Umzügen innert vier Jahren sind das Budget und die ehrenamtlichen Energiedepots nahezu leer. Auch die Stiftung für Kunst und Kunsttherapie verliert das Dach über dem Kopf. Vorliegende Konzepte in Richtung Schaffung eines zentralen Kulturbereichs in Zusammenarbeit mit weiteren Nürtinger Institutionen sind hinfällig. Dass es auch anders geht und sogar gehen sollte, machen derzeit die Städte Fellbach und Kirchheim vor. Beide setzen voll auf den weichen Standortfaktor Kultur. Dem demografischen Wandel mit seiner voraussichtlichen weiteren Abwanderung von Bürgern weiß man für die Zukunft mit der Schaffung von Kultur- und Bildungszentren entgegenzuwirken. Diesen Horizont hat man in Nürtingen offensichtlich nicht. Bis zur Wahl des Oberbürgermeisters im Oktober dieses Jahres sind es noch fast acht Monate. Als Bürgerin dieser Stadt möchte ich noch weit über diese Zeit hinaus an einer lebendigen Stadtkultur mitwirken und teilhaben können.

Leserbriefe

Die USA und der Strafgerichtshof

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „USA drohen Richtern mit Einreisesperren“ und „Bundeswehr in Syrien“ vom 11. September. Dass Richter und Strafverfolgungsbehörden von Drogenkartellen, Mafiosi und in Bananenrepubliken bedroht werden, ist nichts Neues. Völlig neu ist jedoch…

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