Leserbriefe

Ein Gestaltungsbeirat wäre hilfreich

04.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Knott, Nürtingen. Der Stadt fehlt nicht nur für das Wörth-Areal, sondern insgesamt ein durchdachtes, alle Belange einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung abdeckendes Gesamtkonzept. Vor allem Bauvorhaben werden in Nürtingen offensichtlich isoliert von einem Gesamtkontext geplant und entschieden. Hierzu hätte, rückblickend betrachtet, die Veranstaltung des Schwäbischen Heimatbundes für jedes Mitglied der Verwaltung und des Gemeinderates eine Pflichtveranstaltung sein müssen.

Vor allem der Vortrag des Biberacher Baubürgermeisters Kuhlmann führte eindrücklich vor Augen, welche Bedeutung einem solchen Gesamtkonzept bei der Suche nach Lösungen für die aktuellen und zukünftigen, sehr komplexen Herausforderungen an ein städtisches Gemeinwesen zukommt. Außerdem wäre es eine nicht zu unterschätzende Entscheidungshilfe für den doch überwiegend mit „Laien“ besetzten Gemeinderat. Mit Entsetzen musste ich beim Besuch einer öffentlichen Sitzung feststellen, wie teilweise schlecht vorbereitet und inkompetent über Fragen, die unser aller Lebensqualität betreffen, diskutiert und entschieden wird.

Man muss Oberbürgermeister Heirich schon bewundern, mit welcher Sachkenntnis und Souveränität er solche Sitzungen leitet, während nicht wenigen Zuhörern bereits das Messer in der Tasche aufgeht. Da ist die Informationsveranstaltung zur geplanten Bebauung des Wörth-Areals zumindest ein Schritt in die richtige Richtung zurück zur einstmals gelobten bürgernahen Stadt.

Allerdings zeigte sich wieder einmal, wie entscheidend es für die Akzeptanz beim Bürger ist, die Ideen und Zielvorstellungen der Verwaltung schon in einem sehr frühen Stadium offensiv zu kommunizieren. Da genügen keineswegs die wenigen öffentlichen Sitzungen und Zeitungsartikel. Vielleicht wäre es für die Verwaltung an der Zeit, ihren an gesetzlichen Rahmenbedingungen orientierten Arbeitsstil zu überdenken und etwas mehr Kreativität zu entwickeln. Ähnliches gilt für den Gemeinderat.

Warum sollte es nicht möglich sein, zum Beispiel Sitzungsprotokolle nebst detaillierten Abstimmungsergebnissen auf der Homepage der Stadt zu veröffentlichen? Dann wüsste der Wähler zumindest, welcher Gemeinderat sich in welcher Weise für seine Belange einsetzt. Die Arbeit für ein Gemeinwesen ist per se eine Dienstleistung und sollte von allen auch als solche verstanden werden.

Noch ein Wort zum Wörth-Areal. Es läuft wie immer. Die Verwaltung plant mit dem Anspruch zu wissen, was gut und notwendig ist, jedoch ohne Hilfestellung durch einen Gestaltungsbeirat beziehungsweise ein Gesamtentwicklungskonzept. Fördermittel werden beantragt, der Gemeinderat nickt und der Bürger erschrickt, wenn irgendwann deutlich wird, was dabei herauskommen soll.

All das ließe sich mit einer veränderten Einstellung vermeiden. Das käme allen Beteiligten, einem größeren Bürgerengagement und einer zufriedenstellenden Entwicklung unserer Stadt zugute.

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

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