Leserbriefe

Ein gefährlicher Weg abwärts

02.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Union ringt um Ja der Kritiker zur Euro-Rettung“ vom 30. August. Es ist nicht nur ärgerlich, sondern auch dem Bürger schwer vermittelbar, man merkt es an dem Spagat der Regierung, dass Deutschland in erheblichem Maße für die Finanzkapriolen einiger Staaten der EU für den sogenannten Rettungsschirm als Bürge herangezogen werden soll. Doch wenn wir die Kreditwürdigkeit des Euro nicht gefährden wollen, bleibt uns schließlich keine andere Wahl. Die Presseüberschrift „Deutschland, Zahlmeister der EU“ weckt falsche Emotionen und hilft auch nicht weiter. Als dominierender Wirtschaftsstandort des Kontinents haben wir mit 211 Milliarden Bürgschaft mehr zu tragen als das wesentlich kleinere Belgien. Jetzt rächt sich die großzügige Handhabung der Aufnahmeprozedur vor einigen Jahren, als man alle Kriterien geflissentlich übersah, denn Masse statt Klasse war die Devise. Man übersah bewusst die Auswirkungen auf die bereits existierende EU und begann den Eckpfeiler der Staatengemeinschaft auszuhöhlen, nämlich die Stabilität. Die Summe für die Bürgschaft erscheint gewaltig, doch wenn wir sie mit den Kosten vergangener bewaffneter Auseinandersetzungen relativieren, sehen sie sogar bescheiden aus. Ganz abgesehen von den menschlichen Tragödien, die sich nicht in Summen ausdrücken lassen.

Meine Generation ist in einer Zeit aufgewachsen, als man von Deutschland in der Mitte Europas sprach, umgeben von Feinden, an ihrer Spitze der Erzfeind Frankreich. Deshalb ist es geradezu wohltuend, wenn diese beiden Nationen als gleichwertige Partner oder sogar in Freundschaft sich um die Richtung in Europa kümmern können. Es gibt noch viel zu tun in Europa. Dauersündern, die ständig gegen die Regeln der Stabilität verstoßen, muss klargemacht werden, dass sie mit dem Status quo ante, dem Ausschluss, rechnen müssen. Das schwächt die Gemeinschaft nicht, im Gegenteil, wenn notorische Störenfriede nichts mehr zu sagen haben, ist es ein Ausdruck der Stärke. Die ins Spiel gebrachten Euro-Bonds sind unnötig, sie dienen nur den Rating-Agenturen, denn der Gesamtwert des Euro wird dadurch erheblich geschmälert, ein gefährlicher Weg abwärts bis zum Verramschen durch diese Institutionen.

Wir brauchen auch keine Wirtschaftsunion, die uns eines Tages vorschreibt, wie viel wir exportieren dürfen. Es wäre höchste Zeit, wenn wieder Sachlichkeit innerhalb und außerhalb der Grenzen die Oberhand gewinnen würde. Wir brauchen eine zuverlässige, sichere Währung, die die Wunschträume der Menschen erfüllen kann, es sind die beiden großen „F“, nämlich Frieden und Freiheit.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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