Leserbriefe

Ein erster Schritt ist jetzt getan

08.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Jugl, Nürtingen. Zum Artikel „Seehofers Knödel der Entspannung“ vom 21. Dezember. In der Tat scheint man sich zu der Erkenntnis durchzuringen, mehr für die Entkrampfung des Verhältnisses tun zu müssen. Der tschechische Schritt war und ist auch deswegen überfällig, weil die alten Verfügungen im EU-Parlament für Stirnrunzeln sorgen. Dort ist man schon seit Jahren über den Verdacht erhaben, für die Sudetendeutsche Landsmannschaft Partei zu ergreifen. Gerade noch rechtzeitig scheint man in Prag nun ernsthaft daranzugehen, den Sprengsatz zu entschärfen. Die Europatauglichkeit ist schließlich untrennbar mit einem eindeutigen Bekenntnis zu den Menschenrechten verbunden.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat mit dem ersten Besuch eines bayerischen Regierungschefs in Prag ein neues Kapitel in den beiderseitigen Beziehungen aufgeschlagen. Ein sehr wichtiger Schritt ist getan. Jetzt sollte die Prager Regierung auch die Größe aufbringen, sich mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft an einen Tisch zu setzen. Der damalige tschechische Ministerpräsident Vladimo Spidla hat die Aufhebung der Benesch-Dekrete abgelehnt. Sie sind gültig und werden gültig bleiben, sagte er der Presse. Die Gefühle der sudetendeutschen Heimatvertriebenen werden von unseren Politikern überhaupt nicht ernst genommen. Immer gute Worte vor den Wahlen, aber Politiker haben keinen Sinn für Heimat, eine Heimat, die von Vätern, Großvätern, Urgroßvätern erhalten und behütet wurde. Nach 1945 wurde diese Brutalität noch intensiver gegen wehrlose Deutsche fortgesetzt und endete mit Enteignung und Vertreibung aus der Heimat. Gemessen an den Opfern soll das größere Unrecht unter den Tisch gekehrt werden. Das ist für alle sudetendeutschen Heimatvertriebenen ein Stich ins Herz.

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber versprach, solange er in der Regierung saß, der sudetendeutschen Wählerschaft jedes Jahr, und immer vor den bayerischen Landtagswahlen, er werde sich für seine Wähler, den Landesverband der Sudetendeutschen mit Sitz in München, einsetzen. Der liebe Herr Stoiber hat seine Heimatvertriebenen-Wählerschichten nur enttäuscht. Man nennt es Wählertäuschung! Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat endlich den Mut gefasst und den ersten Schritt getan, die jahrzehntelange politische Eiszeit zu überwinden, Gott sei Dank!

Leserbriefe

Die Ablehnung wundert mich nicht

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Jamaika-Aus bringt Merkel in Not“ vom 21. November. Ein Argument vermisse ich im Zusammenhang mit den Diskussionen über die gescheiterte Jamaika-Koalition: Wer war denn die Erste, die Koalitionen ausgeschlossen hat? Angela Merkel. Sie erklärte…

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