Leserbriefe

„Ein böses Eisenbahn-Märchen“

28.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Gegner: S 21 kostet 9,8 Milliarden Euro“ vom 17. Dezember. Eines der Un-Wörter von Kanzlerin Merkel heißt „Wachstum“. Damit verschleiert sie den unkontrollierten Raubbau unserer Erde, damit die verderbliche Schere zwischen Arm und Reich sich weiter öffnet und die Macht der ein Prozent Super-Reichen nachhaltig stabilisiert wird. Auch in Stuttgart hat sie für „Wachstum“ gesorgt, indem jetzt 9,8 Milliarden Steuergelder vergeudet werden, um zu verhindern, dass „mehr Verkehr auf die Schiene“ kommt.

„Stuttgart 21 entscheidet über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands in der Welt“, hat sie im Bundestag gesagt und wohl nicht geahnt, dass sie damals der Wahrheit sehr nahe kam: S 21 ist weder „Zukunft“ noch „fähig“ und die „Ent-Scheidung“ nach der weiteren Kostenexplosion ist mehr als überfällig.

Das angeblich „bestgeplante Bahnprojekt“ wird 9,8 Milliarden statt 2,8 Milliarden kosten. Das haben die zuverlässigen Gutachter ermittelt, die erstmals 2008 im Auftrag der Grünen schon 6,9 Milliarden errechnet haben und dafür übel verleumdet wurden. Erst 2012 hat die Bahn endlich zugegeben, dass Vieregg-Rössler auch damals schon recht hatte.

Jetzt versucht es die Bahn wieder mit schwachen Dementis – aber es ist höchste Zeit, diesem bösen Eisenbahn-Märchen ein Ende zu machen. S 21 ist auch nicht „alternativlos“, wie die Kanzlerin so gern sagt, denn in Stuttgart gibt es noch den bewährten Kopfbahnhof für eine wunderbare Zukunft mit der „Bahn für alle“.

16 barrierefreie Gleise gegenüber nur acht Gleisen bei S 21 mit gefährlicher Schrägneigung im Tunnel und ungelöstem Brandschutz. Übrigens: Elektromobilität mit Zukunft gibt es mit dem Kopfbahnhof jetzt schon: Die Bahn fährt mit Öko-Strom und „Mehr Verkehr auf die Schiene“ ist notwendiger denn je statt Dauer-Verkehrsstau mit „irgendwann mehr“ Elektro-Autos.

Mehr als fünf Jahre schon gibt es den vielfältigen und fachkundigen Widerstand gegen S 21 mit mehr als 300 Montagsdemos und dem berühmten Gruß an den Kopfbahnhof „Oben bleiben!“.

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