Leserbriefe

Ehre wem Ehre gebührt

29.09.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Hummel, Frickenhausen-Linsenhofen. Ich war schon erstaunt, als mir bestätigt wurde, dass ein Bundespräsident bereits nach seiner Wahl das Bundesverdienstkreuz angehängt bekommt. Die nächste Überraschung war, dass jedes Jahr turnusmäßig dreißig Bundestagsabgeordnete das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Der Paukenschlag stand jedoch am 23. August in der Zeitung: Auch ein Bundespräsident, der nur 20 Monate im Amt ist, soll den Ehrensold, der um 18 000 Euro erhöht wird, dazu Dienstwagen, Büro und Personal auf Lebenszeit erhalten. Dazu hätte ich eine Stellungnahme von Herrn Gauck erwartet, den ich für den richtigen Mann für dieses Amt halte.

Dabei kommt mir der Gedanke: Warum heißen die Bezüge nach der Amtszeit Ehrensold? Laut Duden kommt das vom Militärischen her. Er könnte mit der Entlohnung der Soldaten zusammenhängen und als besondere Leistung vergeben werden. Die Stellung des Bundespräsidenten ist genau festgelegt und steht im Artikel 54 des Grundgesetzes. Die Möglichkeit, etwas Außergewöhnliches für Deutschland zu tun, hat er fast nicht. Es sei mir verziehen, wenn ich dabei an die Soldaten denke, die auf Befehl der Regierung jahrelang im schönsten Alter oft dem Tod nahe in Erdlöchern verbringen mussten und danach noch jahrelang unter menschenunwürdigen Umständen arbeiten mussten, als Gefangene. Was hätten die für einen Ehrensold verdient?

Roman Herzog, Bundespräsident von 1994 bis 1999, hat einmal die Rentner beschuldigt, durch ihr Verhalten würden sie die Zukunft der nächsten Generation verbauen. Ich habe dann gerechnet und festgestellt, dass er bis heute circa drei Millionen Euro Ehrensold bekommen hat. Ich habe ihm darauf einen Brief geschrieben, bekam leider keine Antwort. Ausgerechnet der Generation, die eine Sechzig-Stunden-Arbeitswoche hatte, um Deutschland wieder aufzubauen, macht er Vorwürfe. Was hat er geleistet für seine Millionen Euro Ehrensold? Das sind Steuergelder. Die Rente muss vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte finanziert werden. Nur durch längere Arbeitszeit kann er sie erhöhen. Da haben es die Abgeordneten besser, sie machen das auf Vorschlag des Vorsitzenden durch Händeheben. Wer stimmt dabei schon gern dagegen?

Leserbriefe

Schlechte Luft und Stochern im Nebel

Sven Ralphs, Frickenhausen. Zum Artikel „Filtern, absaugen, reinigen“ vom 16. Februar. Echte Lösungen zur Luftverbesserung fehlen. Grüne und CDU scheinen vor lauter schlechter Luft im Nebel zu stochern. Als Lösung gegen die schlechte Luft in Stuttgart soll nun also die Luft gefiltert werden. Mit…

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