Leserbriefe

Egoismus und europäische Werte

12.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zeigt sich nicht je länger, je mehr: die Strategie, die Frau Merkel gefahren hat, erweist sich als die richtige; sowohl politisch wie menschlich?

Hatte sie nicht Recht, wenn sie – mit viel Mut und Durchhaltekraft – darauf hingearbeitet hat, dass die Flüchtlingsflut nur mit Verstand im Sinne von europäischem Zusammenhalt, Menschenwürde und politischen Lösungen zu lösen seien? Und hat sie nicht das Ansehen Deutschlands vermehrt?

Wie stehen denn die jetzt da, die brutal gefordert haben: „Macht die Grenzen zu! Die Flüchtlinge sollen umkommen, wo und wie sie wollen! Hauptsache, sie belästigen uns nicht!“ Allmählich rückt es ins allgemeine Bewusstsein, dass der vielbeschworene „europäische Wertekanon“ unvereinbar ist mit dem brutalen Ruf: „Grenzen zu!“

Natürlich kann Deutschland, kann Europa nicht alle Armen und Bedrängten der ganzen Welt aufnehmen. Da ist kluge Politik gefordert, die jahrzehntelang vernachlässigt wurde.

Wer war denn bereit, den Ländern, die bisher sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben, wirkliche Hilfe zu leisten? „Oh! Mit unserem Geld? Nein!“ Viele von denen, die jetzt zu uns fliehen, wären sicher lieber in ihrem Kulturkreis geblieben – aber die Flüchtlingslager in ihrer Nähe wurden im Stich gelassen.

Natürlich ist die Türkei zurzeit kein sympathischer Verhandlungspartner – aber wenn über sie eine Besserung der Flüchtlingsproblematik möglich ist, soll/darf man dann diesen Weg versperren? Was ist denn die Alternative? Sterben an den Außengrenzen Europas? Pfui Seehofer!

Gehört brutaler nationaler Egoismus zu den „europäischen Werten“? Die Vielen, die sich engagieren, um ganz konkret Flüchtlingen zu helfen, die sollte man in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen: sie setzen sich für eine bessere Zukunft in Deutschland ein.

Die Deutschen können stolz sein auf die vielfältige Hilfe, die bei uns geleistet wird – und die Miesmacher, die in allen Änderungen ausschließlich Gefahren sehen, sollten sich schämen. Deutschland hat schon viel Zuwanderer aufgenommen – und dabei immer gewonnen. Deutschland steht gut da in der Welt: wirtschaftlich und moralisch.

Leserbriefe

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Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Jamaika-Aus bringt Merkel in Not“ vom 21. November. Ein Argument vermisse ich im Zusammenhang mit den Diskussionen über die gescheiterte Jamaika-Koalition: Wer war denn die Erste, die Koalitionen ausgeschlossen hat? Angela Merkel. Sie erklärte…

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