Leserbriefe

Düstere Wolken über dem Fela

04.08.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Schmücker, Nürtingen. Seit Montag läuft der erste Abschnitt des evangelischen Ferienlagers an der Versöhnungskirche. Von Versöhnung ist man bei den Verantwortlichen in diesem Jahr jedoch weit entfernt. Ein bewährtes Team an Ehrenamtlichen opfert für das Fela seit Jahren die eigene Urlaubszeit.

So war es zumindest bis letzte Woche. Schon seit einiger Zeit hatte sich unter den Mitarbeitern des ersten Abschnitts zunehmend Frustration breitgemacht. Die rund 30 jungen Leute, viele waren selbst im Fela groß geworden, vermissen schon länger die Anerkennung ihrer Arbeit. Jahr für Jahr reisen sie zum Teil aus weit entfernten Universitätsstädten (zum Beispiel Berlin und Kiel) an und gestalten ein Programm für rund 200 Kinder aus Spaß und Abenteuer. Weit weg von Facebook, Whatsapp und Youtube. Zeit, die sie auch in den eigenen Urlaub oder gut bezahlte Ferienjobs stecken könnten. Stattdessen sehen sich die Mitarbeiter mit immer mehr Einschränkungen seitens der Verantwortlichen konfrontiert. Dies alles gipfelte darin, dass langgedienten Mitarbeitern fünf Tage vor Fela-Beginn gekündigt wurde. Nach Protesten der Ehrenamtlichen und ihrer ebenfalls ehrenamtlichen Teamleitung wurden diese zwar zurückgenommen. Dafür wurde nun dem Teamleiter der letzten Jahre zwei Tage vor Fela-Start der Stuhl vor die Tür gestellt. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter war damit das Maß voll: Zwölf von ihnen, darunter einige mit zehnjähriger Fela-Erfahrung, haben daraufhin ihrerseits gekündigt.

Was ist schiefgegangen? Nicht alles im Fela ist über die Jahre perfekt gelaufen. Das Positive überwiegt jedoch bei Weitem. Die Motivation und die Kreativität der Ehrenamtlichen überträgt sich auf die Kinder. Sie leben den Teilnehmern Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt vor: biblische Werte. Dies scheinen die Verantwortlichen nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen. Ist ihnen diese Gemeinschaft ein Dorn im Auge? Missfällt der Nürtinger Kirchenleitung der Stil und die Art und Weise, wie die Ehrenamtlichen das Fela führen? Möglich, aber dann hätte man reden müssen. Gesprächsangebote der Mitarbeiter waren da. Stattdessen gab es keine Kompromisse. Und dies alles auf dem Rücken der Kinder.

Es braucht schon einiges, um eine solch engagierte Gruppe an Mitarbeitern zum Aufhören zu bewegen. Sie hätten einen würdigeren Abgang verdient. Stattdessen gab es einen „Schlag ins Gesicht“ des Ehrenamtes. Hinzu kommen Demotivation, Frustration und Enttäuschung bei den Mitarbeitern. Statt der heiligen Dreieinigkeit ist dies ein Dreiklang des Missmuts. Die Nürtinger evangelische Kirche war eng dran an einer Schar hoch motivierter junger Menschen. Jetzt hat sie sie verloren.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe