Leserbriefe

Droht die nächste Krise?

08.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, Nürtingen. Zum Artikel „Die Wetten gehen munter weiter“ vom 26. Mai. Offensichtlich hat weder die Finanzwirtschaft noch die Politik etwas gelernt aus der Bankenkrise, die 2008 die Welt erschütterte. Weltweit meinten die Politiker, die Banken „retten zu müssen“, mit Milliardenbeträgen, die sie nicht hatten, sondern dadurch neue Staatsschulden angehäuft haben. Bei uns in Deutschland waren es vorwiegend die staats- und ländereigenen Banken, die durch riskante Anlagen in Schieflage kamen. Anstatt sich auf das ureigenste Geschäft einer Bank zu konzentrieren, nämlich die Vergabe von Kreditmitteln an Handwerker, Händler und die Industrie sowie an Häuslesbauer im verantwortlichen Rahmen sowie die sichere Anlage von Geldeinlagen der Kundschaft, wird weiterhin das Geld, das die Banken von der Zentralbank zu fast null Prozent erhalten können, in hochprozentige Anleihen von Staaten mit zweifelhafter Bonität investiert. Man rechnet wohl damit, dass der Staat wohl schon wieder einspringen wird, wenn es schiefgeht.

Noch schlimmer aber ist, dass ebenso weiterhin der Privatkundschaft offensichtlich derartig riskante Anlagen in Form von Zertifikaten angeboten werden. Zu beachten ist dabei auch noch, dass derartige Anlagen nicht vom Einlagensicherungsfonds für Bankguthaben gedeckt sind. Die von den großen Banken erzielten Milliarden-gewinne können unmöglich aus dem originären Bankgeschäft stammen. Es wird wie vor der Krise munter weitergezockt mit Zertifikaten und Derivaten auf Rohstoffe und Lebensmittel wie Reis, Mais oder Weizen, die auch Privatanlegern angeboten werden. Soweit mir bekannt, haben sich die Kreissparkassen sowie vor allem die Genossenschaftsbanken weitgehend von derartigen Anlagen distanziert. Derartige Produkte im Finanzsektor gehören verboten.

Zur Absicherung der Produktion sind Termingeschäfte sicher erforderlich für den, der diese Produkte herstellt beziehungsweise Rohstoffe einsetzen muss. Aber alle anderen, die diese Abschlüsse nur zur Spekulation auf einen Gewinn tätigen, sollten per Gesetz davon ausgeschlossen werden. Die Deregulierung der Finanzmärkte Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts hat uns die Krise gebracht. Wenn es keine neue Regulierung gibt, werden wir die nächste Krise erleben.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe