Leserbriefe

Dieselpanik ist sehr ärgerlich für Autofahrer

06.12.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reiner Essl, Nürtingen-Reudern. Zum Artikel „Fauler Zauber um Diesel-Grenzwert“ vom 15. November. Die WHO hat einen Grenzwert für Stickstoffoxide und Feinstaub festgelegt, der EU übergeben und diese Werte gelten nun für unser Land. In der Zentralmacht Brüssel sitzen Menschen, die aus dieser Festung heraus entscheiden, was für Europa gut sein soll, dabei jedoch die Menschen mit den entstehenden Problemen oft alleine lassen. Die Entscheidungen, seien sie noch so absurd, fallen in unserem Land auf fruchtbaren Boden, da sie zum Teil von den Parteien und Umweltfanatikern wie der suspekten und auf Eigengewinn ausgelegten Deutschen Umwelthilfe (DUH) förmlich aufgesogen werden. Nun ist das Dieselverbot ohne wissenschaftliche Recherchen durchgeboxt, es wird nur noch von dreckiger Luft und dreckigem Diesel gesprochen, so drastisch kann man einen Dieselantrieb kaputtreden!

Nun sind circa 70 000 Dieselfahrzeuge in Stuttgart unterwegs und für die Innenstadt enteignet, egal ob die Logistik der Besitzer gelöst ist. Kretschmann und Hermann hatten nie Ambitionen, dem Diesel eine Chance zu geben und die wirtschaftliche Situation der Dieselbesitzer ins Kalkül zu nehmen – es werden ihnen die Autos weggenommen. Sie werden sich in vielen Fällen einen alten Benziner zulegen mit technischen gefährlichen Unzulänglichkeiten und Reparaturkosten.

In der Hauruck-Aktion war eine pragmatische Vorleistung der Verantwortlichen nicht angedacht. Es wäre möglich gewesen, durch einen temporären Feldversuch an neuralgischen Punkten ohne Diesel in der Stadt zu testen, um zu eruieren, wie sich Stickoxide und Feinstaub verändern. Dies wäre ein relativ sicherer Weg gewesen, annähernd richtige Schadstoffwerte zu erhalten. Mit plausibler Argumentation wären die Dieselfahrer für solch ein Vorhaben zu überzeugen gewesen. Es muss für einen wirtschaftlich unerfahrenen Politiker zu begreifen sein, dass ein Eingreifen in die Privatsphäre vieler Menschen eines Algorithmus bedarf, um ein plausibles Ergebnis zu erreichen. Nun wurde die Dieselangst durch unsere Politiker kolportiert und als Todesverursacher festgeschrieben, jedoch außer Acht gelassen, dass etwa die Zigarette schon längst als Todesbeschleuniger bekannt ist.

Natürlich muss die Umwelt im Fokus sein, doch unsere Regierung hat in den vielen Jahren versäumt, mit der Industrie eine schon entwickelte Dieselreinigung durchzusetzen. Das hätte aber die Gewinne der Autohersteller reduziert und die Reaktion der Autobosse wäre für die Politik nicht zuträglich gewesen. Es hätte Sinn gemacht, ein Zeitfenster festzulegen, um dem Dieselfahrer eine wirtschaftliche und rationale Chance zu geben, wie lange er seinen Diesel unter Euro 6 noch fahren kann, mit dem Ziel, sich ein adäquates Auto anzuschaffen.

Leserbriefe

Ein Lob für den Nürtinger Bauhof

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