Leserbriefe

Die Wahl und die Wutbürger

20.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Zum Artikel „Grau distanziert sich von Wahlaktion“ vom 19. Oktober. Ist es nicht drollig, wie sich einige Gemeinderäte, unser OB und diverse Redakteure aufregen ob der ungebührlichen Verhaltensweise von Teilen der Wählerschaft? Was ist denn daran tatsächlich verwunderlich, dass sich nicht mehr alle Beteiligten an die von unseren Stadtvätern erdachte Vorgehensweise halten? Sind denn die Meinungen in den letzten acht Jahren tatsächlich gehört worden, die jetzt auf neue Art und Weise zum Ausdruck kommen? Ich finde es jedenfalls toll, dass neue Wege gesucht werden, wie man als Bürger gehört werden kann. Mag sein, dass dabei auch mal übers Ziel hinausgeschossen wird.

Meiner Meinung nach ist es jedoch nicht überraschend, dass zum Beispiel vermehrt zur Wahl von Frau Grau aufgerufen wird. Ihr wird dadurch nichts angetan, da sie immer noch entscheiden kann, ob sie solch eine Wahl annehmen würde. Ich denke, es ist an der Zeit zu akzeptieren, dass die sogenannten Wutbürger quasi durch die Ignoranz anderer aus der Taufe gehoben wurden. Manche gehen dann eben trotzdem weiterhin auf die Straße, um ihre Meinung zu vertreten, auch wenn andere meinen, man könnte jetzt mal wieder damit aufhören. Manche wählen dann halt plötzlich nicht mehr die CDU, auch wenn diese so artig und so lange unser Ländle nach vorne gebracht hat. Manche können eben die beruhigende oder väterliche Ausdrucksweise von Politikern und Räten nicht mehr hören und suchen sich andere Wege.

Es bleibt spannend: wird dies weiterhin nur Anlass sein, sich aufzuregen über dieses ungebührliche Verhalten und diesen angeblichen modischen Trend, oder lernen wir, dass sich darin eine lange absehbare Entwicklung ihren Weg bahnt? Meinungen, die unbequem sind, zu ignorieren und schlecht zu machen, ist nun mal keine Lösung, sondern nur eine Vertagung.

Leserbriefe

Bürgermeister nicht gehen lassen

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Einem Bürgermeister reicht es“ vom 9. Februar. Die Rede ist von Lorenz Kruß aus Aichtal. Wenn Bürger- und Stadträtebeteiligung am öffentlichen Leben nicht mehr den Anstand einer zivilisierten Auseinandersetzung kennen und sich unsinnigerweise…

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