Leserbriefe

Die Verlierer sind die sozial Schwachen

03.06.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernhard Schroeter, Köngen. Zum Artikel „Genossen in explosiver Stimmung“ vom 23. Mai. Wenn soziale Gerechtigkeit für den Kanzlerkandidaten der SPD Martin Schulz ein sehr wichtiges Anliegen ist, bleibt es unverständlich, warum er sich so schwer tut, der Öffentlichkeit seine Verbesserungsvorschläge darzulegen. Sofern es in Deutschland sozial ungerecht zugehen sollte, will ich Herrn Schulz gerne behilflich sein, hier etwas zu verbessern. Mit Zustimmung der SPD ist seinerzeit die Mehrwertsteuer von 17 auf unglaubliche 19 Prozent erhöht worden, eine Steigerung der Stromkosten steht wegen Anhebung der Abgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz um vier Prozent bevor. Diese Steuer- und Abgabenerhöhungen treffen vor allem die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft, die mit ihrem Einkommen gerade auskommen und keine finanziellen Reserven zum Ausgleich haben.

Weiter ist zu erwähnen, dass wegen der unseligen Inflationspolitik der Europäischen Zentralbank zur Finanzierung der ungebremsten Ausgabenwut der südeuropäischen Staaten eine Inflationsrate von jährlich zwei Prozent das Ziel ist. Da die deutschen Sparer der „Geldillusion“ unterliegen, bemerken sie die Folgen der Geldentwertung nicht. Denn für sie ändert sich optisch auf dem Sparbuch zunächst nichts. Diese gewollte Geldentwertung trifft ebenfalls vor allem die Geringverdiener und kleinen Sparer. Die Anhebung des Mindestlohns und die bevorstehende Rentenerhöhung sind nämlich kein hinreichender Ausgleich für die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Verteuerung der Stromkosten und erst recht nicht für die schleichende Geldentwertung.

Für die „Besserverdienenden“ in unserer Gesellschaft, die nach Abzug ihrer laufenden Ausgaben noch ein frei verfügbares Einkommen haben, sind Erhöhungen der Mehrwertsteuer und Stromkosten zwar ärgerlich, doch stören sie diese meist nicht in ihrem Konsum- und Geldanlageverhalten. Denn für die Anlage ihres frei verfügbaren Einkommens, zum Beispiel in eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Einfamilienhäuschens, sind sie nicht auf das Sparbuch mit seinen mehr als dürftigen Zinssätzen angewiesen. Also, sollte Herr Schulz, rangehen an die Herstellung der sozialen Gerechtigkeit. Es ist doch ganz einfach, er muss nur wollen.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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